Marios Bar
von Katharina Eberle
am 24.05.2021
Start
Faracchio
­čç«­čç╣ Italien
Ziel
Paestum
­čç«­čç╣ Italien
Strecke
87,54
km

Fr├╝hmorgens verlie├čen wir schweren Herzens den sch├Ânen Schlafspot direkt am Meer. Zum Fr├╝hst├╝ck gab es dank der leeren Gaskartusche kaltes Porrigde - im Gegensatz zu den Pasta Pesto al knacko sehr gut genie├čbar. Kaffee gab es keinen, daf├╝r kamen wir zur Abwechslung mal recht fr├╝h los und konnten deshalb schon bald in einer Bar halten und unseren ersten Cappuchino genie├čen. Die Anstiege an diesem Tag steckten wir alle sehr gut weg. Jared meinte sogar, dass ihm seine Beine langsam Angst machen, so wie sie ihn den Berg hinaufziehen. Die Mittagspause war mit nicht ger├Âstetem Brot deutlich unspektakul├Ąrer, daf├╝r mussten wir weniger sp├╝len.

Mario nicht mehr zu bremsen

Ab nach dem Mittagessen freuten wir uns sehr auf die Pizzeria, die wir uns an dem Abend g├Ânnen wollten. Jared hatte schon eine auf Google Maps herausgesucht, die sich dann aber eher als Schnellimbiss herausstellte und deshalb zogen wir weiter, um eine Pizzeria nach unseren Vorstellungen zu finden. Eine Querstra├če weiter fanden wir viele L├Ąden, die sich alle als Caf├ę, Pizzeria, Cornetteria und Bar zugleich herausstellten. Da kann man ja nichts falsch machen. Deshalb w├Ąhlten wir die n├Ąchste Gelegenheit, wir hatten n├Ąmlich alle gro├čen Hunger. Gl├╝cklich dar├╝ber, dass wir unsere Fahrr├Ąder mit auf die Terrasse nehmen durften und diese von unserem Platz aus im Blickfeld waren, machten wir es uns gem├╝tlich. Sogleich brachte uns der Barbesitzer drei Birre, die wir dankbar entgegennahmen. Jetzt mussten wir nur noch Pizza bestellen. Das stellte sich aber als schwierig heraus. Denn ein Mann namens Mario (65 Jahre alt) fing zugleich an, uns ein italienisches St├Ąndchen auf der Gitarre zu spielen und aus voller Inbrunst zu singen. Der musikbegeisterte Vincent holte seine Gitarre heraus und so spielten Mario und Vincent gemeinsam einen italienischen Song, Mario einen Fu├č auf einem Stuhl an unserem Tisch aufgestellt. Jared lie├č dazu seine Augenbrauen im Takt wippen und schaukelte hin und her. Zwei Lieder sp├Ąter genossen wir zwar immer noch die Komik der Situation, der Hunger wurde aber immer gr├Â├čer und wir fragten uns langsam, wem die Bar geh├Ârte und ob irgendwer bald zu unserem Tisch kommen und die Bestellung aufnehmen w├╝rde. Dem war nicht so. Und Mario war gar nicht zu bremsen. Er spielte einen Song nach dem Anderen (oder war es nur ein Song? Die Lieder gingen f├╝r uns flie├čend ineinander ├╝ber) und auch mein Klatschen konnte ihn nicht dazu bewegen, uns bestellen zu lassen. Er holte sich ein Glas Rotwein und schon ging es weiter. Auch der Versuch, ihn mit deutschen Klassikern (├ťber den Wolken) abzuschrecken, schlug fehl. Auch da johlte er leidenschaftlich irgendeinen italienischen Text dazu. Als wir danach fragten, ob es hier Pizza zu bestellen gab, wirkte der (wahrscheinlich) Barbesitzer ganz ├╝berrascht. Er ├╝berlegte und empfahl uns eine Pizza, die in dieser Gegend wohl Spezialit├Ąt war. Als wir nach einer Karte fragten, schien es diese nicht zu geben. Auch fiel uns auf, dass der Pizzaofen noch aus war.

Da wir der Sache nicht so ganz trauten, beschlossen wir, doch nochmal weiterzuziehen und uns eine andere Pizzeria zu suchen. Wir waren sehr erleichtert, als der Barbesitzer uns zahlen und gehen lie├č. Die Pizzeria, die wir dann fanden, stellte sich als touristisches Lokal heraus mit einem Kellner, der englisch, italienisch, franz├Âsich sprach und sehr zuvorkommend war. Zwar nicht ganz so authentisch, aber das war uns gerade Recht. Wir genossen vier leckere Pizzen und eine Flasche Wei├čwein und so war der Abend gerettet. Sp├Ąter stellte sich heraus, dass Vincent seinen Fahrradhelm bei Mario in der Bar liegen lassen hat. Wir wollten aber alle nicht mehr so gerne zur├╝ckfahren und so beschlossen wir, den Fahrradhelm Fahrradhelm sein zu lassen. Vincent meinte, der Helm war sowieso schon etwas durch und ein neuer k├Ânne auch nicht schaden.

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