#EV7
Start
Potsdam
­čçę­čç¬ Deutschland
Ziel
Berlin
­čçę­čç¬ Deutschland
Strecke
33,1
km

F├╝r heute stand nur eine kurze Etappe nach Berlin an, wo wir den Nachmittag nutzen wollten um das technische Museum zu besichtigen. Zuvor quartierten wir uns bei Maura ein, die wir schon in Dresden bei ihrer Familie besucht haben und die hier in Berlin studiert.

Nach gut 30 Kilometern entlang des Mauerwegs erreichten wir die wundersch├Âne Altbauwohnung von Maura. Nach einem leckeren gemeinsamen Essen - es gab mal wieder Pasta alla Norma alla Katha - schmissen wir unsere W├Ąsche in die Waschmaschine (Juhu!) und fuhren mit der U-Bahn zum technischen Museum. Wir starteten im alten Lockschuppen und arbeiteten uns durch die Boots- und Schiffsabteilung bis zu den mehr oder weniger flugf├Ąhigen Objekten vor. Besonders unterhaltsam war eine Bildersammlung an ersten Flugzeug-Prototypen, die alle mehr oder weniger flogen.

Ein absolutes Highlight des Museums ist das Science Center Spectrum. Dies befindet sich in einem Nebengeb├Ąude und beinhaltet eine gro├če Sammlung an Experimenten zum selbst durchf├╝hren und erleben - f├╝r mich als angehender Physiklehrer nat├╝rlich eine besondere Freude. Leider waren wir so angetan, das wir das fotografieren mal vergasen - deshalb gibt es hier leider keine Bilder, aber ein Besuch vor allem auch mit Kindern jeden Alters lohnt sich auf jeden Fall.

Frisbee im G├Ârlitzer Park

Anschlie├čend spazierten wir durch Kreuzberg in Richtung G├Ârlitzer Park, wo wir mit ein paar jungen Berlinern eine Runde Frisbee spielten. Auf der Suche nach einer k├╝hlen Erfrischung fanden wir eine nette kleine Kneipe in der N├Ąhe des G├Ârlitzer Bahnhofs. Wir lie├čen den Tag mit einigen Runden Skat und Bieren ausklingen. Mit der U-Bahn ging es zur├╝ck zu Maura.

Fr├╝hst├╝ck bei Maura

Am n├Ąchsten Morgen gab es nach einem ausgiebigen Fr├╝hst├╝ck erst einmal eine ern├╝chterte Planungssitzung, denn nach einem Telefonat mit dem russischen Konsulat bewahrheiteten sich unsere Bef├╝rchtungen, dass wir nicht nach Russland einreisen k├Ânnen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das (leicht zu beantragende) Onlinevisum f├╝r die Regionen Kaliningrad und St. Petersburg ausgesetzt. Uns bliebe nur das Beantragen eines allgemeinen Touristenvisums und daf├╝r br├Ąuchten wir alle m├Âglichen Dokumente und mehr Zeit. Deshalb ├Ąndern wir jetzt unseren Plan etwas ab: Wir werden Kaliningrad auf dem Landweg s├╝dlich umfahren und unsere Reise in Tallin beenden. Wenn noch Zeit ist, wollen wir mit der F├Ąhre nach Helsinki ├╝bersetzen.

Wir verabschiedeten uns von Maura und fuhren am Reichstag und dem Holcaust-Mahnmal vorbei Richtung Nord-Osten aus der Hauptstadt raus. Uns zieht es nach ├╝ber einem Monat Festland wieder ans Meer und so werden wir die n├Ąchsten Tage auf dem Berlin-Usedom-Radweg unterwegs sein bis wir die Ostsee erreichen.

von Jared Fai├čt
am 07.07.2021
Start
Rabenstein
­čçę­čç¬ Deutschland
Ziel
Potsdam
­čçę­čç¬ Deutschland
Strecke
81,72
km

Wir erwachten am morgen inmitten des lang anhaltenden Regens, der kurz nach Mitternacht bereits einsetzte. Wir schliefen direkt hinter einem Zelt aus Baumst├Ąmmen und Plane, was auf den ersten Blick aussieht wie ein Festzelt. Tats├Ąchlich ist es aber wohl ein ├╝berkonfessionell genutzter Ort der Religion. Es waren sehr sch├Âne Holzb├Ąnke aufgestellt und an einer Seite war auch ein Tisch. Wir machten uns die trockene und ├╝berdachte St├Ątte zunutze und verfrachteten unser nasses Zelt erstmal darunter, um es trocknen zu lassen. Der Regen war nicht sehr einladend und so hatten wir es auch nicht unbedingt eilig.

Da wir im Gep├Ąck versteckt noch einen Tischtennisball hatten (mit Delle leider schon) und wie erw├Ąhnt eine Art Tisch (wenn auch rustikal) vorhanden war spielten wir mal wieder eine bei uns beliebte Tischtennisdisziplin, f├╝r die ich keinen richtigen Namen wei├č. Ich w├╝rde es nennen:

Alles taugt als Schl├Ąger!

Das Spiel funktioniert folgenderma├čen. Man braucht immer paarweise vorhandene Gegenst├Ąnde, die dann auf beiden Seiten ausgelegt werden und als Schl├Ąger verwendet werden m├╝ssen. Gestartet wird mit dem vermeintlich einfachsten Gegenstand und ein schnelles Duell bis 2 Siegpunkte wird ausgespielt. Der Gewinner darf dann zum n├Ąchsten Gegenstand ├╝bergehen. Der erste, der das Duell mit dem letzten Gegenstand gewinnt, siegt. Bei uns waren es folgende Gegenst├Ąnde in dieser Reihenfolge:

  • Schuhe
  • Flip Flops
  • Stahlpfanne und Alupfanne
  • Alu-Becher
  • Gaskartusche (extrem schwierig)
  • Frisbee
  • Plastikmesser

Wie man sieht leidet zwar die Spielqualit├Ąt deutlich, der Spa├čfaktor ist aber auf jeden Fall gegeben

Kurz vor Mittag lie├č dann der Regen nach und wir machten uns wieder mit den R├Ądern auf den Weg. Der Radweg war immernoch herrlich zu fahren. Interessant war vor allem, dass oftmals der Autoweg deutlich schlechtere Qualit├Ąt aufwies als der Radweg.. Gl├╝ck f├╝r uns!

Radwege besser als die Stra├če

Nach einer Weile lichtete sich dann der Wald und wir erreichten schlie├člich Potsdam. Dort radelten wir an beeindruckenden Schl├Âssern vorbei und rasteten in einem gro├čen Park, der gleichzeitig auch wieder einen Discgolfkurs beinhaltete. Nachdem dieser bespielt war setzten wir uns auf eine sch├Âne Bank mit Tisch und g├Ânnten uns das 2. Halbfinale der EM: England gegen D├Ąnemark. ├ärgerlicherweise schloss der Park um 11, daher verpassten wir die entscheidende Szene der Verl├Ąngerung. Dennoch waren wir (wie wahrscheinlich die meisten) traurig, dass die D├Ąnen das Finale so knapp verpasst hatten. Vincent spielte sogar mal Kurz mit dem Gedanken ob man nicht bei m├Âglichem Finaleinzug der D├Ąnen es noch rechtzeitig nach D├Ąnemark schaffen k├Ânnte zum mitfeiern... W├Ąre auf jedenfalls lustig gewesen aber mit der Niederlage war der Gedanke auch wieder verflogen. Wir radelten noch etwas aus der Stadt heraus und schliefen neben einem Teich in einem lichten W├Ąldchen.

von Jared Fai├čt
am 05.07.2021
Start
Dresden
­čçę­čç¬ Deutschland
Ziel
Thorgau
­čçę­čç¬ Deutschland
Strecke
103,96
km

In Dresden stand ein bis dato komplettes Novum bevor: Romantik! Die Partnerinnen von Moritz und Vincent kamen zu Besuch und so genehmigten wir uns planm├Ą├čig einen kompletten freien Samstag und wollten am Sonntag wieder weiterradeln. Bevor es zum herzigen Wiedersehen kam, stand zuerst noch ein Besuch bei Kloses an. Diese Familie sind noch alte Bekannte von VincentÔÇśs Familie und so waren wir dort eingeladen zum Pizza essen. Die St├Ąrkung kam mehr als gelegen und wir genossen es sehr, die Familie kennenzulernen. Der reiseerfahrene Vater Joachim hatte sogar so spannende Geschichten zu erz├Ąhlen, dass unsere Reise fast mickrig dagegen wirkt. Zum Beispiel reiste er damals in einer Gruppe von Studenten aus der DDR bis nach Tadschikistan. Um dies zu erm├Âglichen wurde unter anderem ein Schaffner in Sotschi geschmiert, Kartenmaterial heimlich organisiert und bei der R├╝ckreise dann das Verh├Âr der Beh├Ârden offensiv mit Sowjet-Union Schw├Ąrmerei ├╝berstandenÔÇŽ Wahnsinn!

Planung nach alter Schule

Von so viel Reiseerfahrung wollten wir auch noch profitieren und so besprachen wir die weitere Routenf├╝hrung bis zur Ostsee mit seinem Kartenmaterial. Wir einigten uns schlie├člich darauf den EuroVelo 7 ├╝ber Wittenberg und Potsdam nach Berlin zu folgen und von dort aus den Berlin-Usedom Radweg bis an die K├╝ste zu nehmen.

Abschlie├čend durften wir unsere R├Ąder noch mit dem Gartenschlauch abspritzen, was mal wieder dringend (gerade f├╝r die Kette) n├Âtig war. Wir verabschiedeten uns und fuhren anschlie├čend Richtung Dresden Neustadt.

Dort wurden wir bei Rebecca (Schwester von MoritzÔÇÖ Freundin Adina) in eine wundersch├Âne WG einquartiert. Nach einem sch├Ânen idyllischen Abend ging es dann am Samstag von der Neustadt bis zur Altstadt einmal querbeet durch Dresden. Nachdem wir alles Touristische abgeklappert haben, wollten wir noch beim Globetrotter vorbei. Zum einen weil eine Radtasche von Moritz bereits einen Riss hat und zum anderen weil wir mal wieder Seifennachschub gebrauchen k├Ânnen. Wir setzten uns davor noch auf einen Platz und snackten Brot und Hummus zu Mittag mit Pfirsich als Nachtisch. Und da passierte dann auch das Malheur. Moritz war wohl noch zu sehr inspiriert von Pumas und Biebern und biss beherzt in den Pfirsich mitsamt Stein. Dabei brach dann ein St├╝ck seines Schneidezahns (oder S├Ąbelzahn?) ab. Er ging also zum nicht weit weg gelegenen Notdienst, konnte jedoch nicht direkt drangenommen werden, da es sich nicht um einen Notfall handelte. Immerhin wurde ihm ein Termin f├╝r Montag gegeben, das hei├čt f├╝r uns also noch einen weiteren freien Tag.

Testpool im Globetrotter

In der Zwischenzeit gingen Vincent und ich in den besagten Globetrotter Store und staunten nicht schlecht über die gigantische Auswahl. Von Campingkochern über Äxte hin zu Kanus war alles vorhanden. Letzteres hatte sogar einen eigenen Versuchspool, in dem man die schwimmenden Schalen ausprobieren konnte. Wir mussten uns aber nicht einmal als ernsthafte Interessenten ausgeben, um das mal ausprobieren zu dürfen und so drehten wir ein paar Runden im Einser Kayak durch den Laden.

Der Feuerspeier

Mit frischer Outdoor-Allzweckseife ausgestattet gingen wir vom teuren Rand des Outdoorspektrums auf die ganz andere Seite: Decathlon. Kurze Erinnerung: Unser guter Primus Kocher ist in Italien nach wenigen Tagen dem Sand im Gewinde erlegen. Daraufhin haben wir einen Ersatzkocher organisiert beim Decathlon in Rom. Dieser war aber in Kombination mit vollen Kartuschen mehr feuerspeiender Drache als n├╝tzlicher Campingkocher. Mit Videobeweise wurde uns dann das Geld erstattet und mit dem mittlerweile angekommenen Primus Ersatzteil hatten wir auch wieder die urspr├╝ngliche Kocher-Konstellation am Start, Problem also endg├╝ltig gel├Âst.

Am Sonntag hie├č es dann wieder Abschied nehmen von Jessica und Adina. Der restliche Tag wurde vor allem mit Tour de France schauen verbracht. Mit unseren knapp mehr als 3000 km bis dato haben wir in etwa die L├Ąnge der Tour de France 2021 (3381 km) erreichtÔÇŽ nur etwas l├Ąnger gebraucht ;-)

Am Montag konnte Moritz noch schnell sein Gebiss richten lassen und so schwangen wir uns wieder auf unsere R├Ąder in Richtung Berlin.

Vorher - Nachher
von Vincent Kliem
am 30.06.2021
Start
Prag
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Ziel
Melnik
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Strecke
52,57
km

Instaboy Jared

Auf unserer Tour wollen wir uns nat├╝rlich die sch├Ânen St├Ądte nicht entgehen lassen, dabei sind die R├Ąder und das Gep├Ąck oft etwas hinderlich und so haben wir uns meist zwei ├ťbernachtungen geg├Ânnt, um eine Stadt einen Tag in Ruhe besichtigen zu k├Ânnen. F├╝r Prag hatten wir es etwas anders geplant und so reisten wir gestern schon Mittags an und fuhren heute erst gegen Abend in Prag los. Gl├╝cklicherweise konnten wir das Gep├Ąck und die R├Ąder den Tag ├╝ber im Hotel lassen.

Gestern hatte uns der B├Ąndiger des Pumas noch den wertvollen Tipp zur sch├Ânsten Aussicht in Prag gegeben und zwar sei diese auf der Dachterrasse des U Prince, direkt am Altst├Ądter Ring gelegen. Als wir aber selbst mit unserem feinsten Hemd (ein Merino-Decathlon-Shirt) davor standen, waren wir skeptisch ob wir ├╝berhaupt hoch gelassen werden. Da sich aber keiner so richtig zust├Ąndig f├╝r uns f├╝hlte und uns keiner aufhielt, stiegen wir mal in den Aufzug und dr├╝ckten auf 7.

Obwohl wir uns auf der sehr feinen Dachterrasse etwas fehl am Platz f├╝hlten, genossen wir den Ausblick mit den g├╝nstigsten (und leider schw├Ąchsten) Cocktails, die wir auf der Karte fanden. Unser Hobbyinfluencer Jared g├Ânnte sich nat├╝rlich den mit Kunstblumen und Hashtags dekorierten Insta-Foto-Spot. Nach einer knappen Stunde wurde die Terrasse eilig ger├Ąumt, da ein Gewitter im Anmarsch war. Uns fiel gl├╝cklicherweise noch ein, dass unsere W├Ąsche noch lose auf dem Balkon hing und eilten schnell zur├╝ck ins Hotel. Wir lie├čen den Abend mit EM im Hotelzimmer ausklingen.

F├╝r den n├Ąchsten morgen hatten wir eine Free-Walking-Tour gebucht. Die Tour durch die Innenstadt f├╝hrte uns vorbei an den raffiniertesten Touristtraps (Touristenfallen), wie russische Souvenirs und ÔÇ×0%-WechselstubenÔÇť zu schlechten Kursen. Auf dem Prager Ring schauten wir uns die nach Ansicht unseres Guides viel zu beliebte astronomische Uhr an und erfuhren einiges ├╝ber den tschechischen Martin Luther, wobei nach Aussage unseres Guides eher letzterer der deutsche Jan Hus sei. Sehr sehenswert und bewegend ist auch das j├╝dische Viertel mit vielen Synagogen und Museen.

Im Anschluss an die Tour unternahmen wir einen ausgiebigen Spaziergang auf die andere Moldauseite und rauf auf die Burg. Anschlie├čend lie├čen wir unseren Pragaufenthalt in einem sch├Ânen kleinen Studentencaf├ę im Skautsky institut direkt neben der gro├čen Uhr bei einer Runde Skat ausklingen. Gegen 17 Uhr kamen wir zur├╝ck zu unserem Hotel und bestiegen wieder unsere R├Ąder. Auf dem Weg raus nach Prag machten wir noch kurz halt in einem kleinen wunderbaren Nerdladen (Es gab RubikÔÇśs Cubes, Pen & Paper-Spiele, Diabolos, ÔÇŽ) um uns zwei neue Frisbees zu kaufen, da auf der weiteren Route noch einige Discgolfkurse liegen und wir ja schlie├člich auch mal etwas f├╝r unsere Arme tun m├╝ssen.

Da der sogenannte Moldauradweg jetzt auch endlich mal konsequent an der Moldau entlang ging, machten wir noch gut Strecke und fanden sp├Ąt abends im dunkeln einen sch├Ânen kleinen Schlafplatz unter einem gro├čen Baum versteckt am Wegrand.

von Jared Fai├čt
am 28.06.2021
Start
Kozl├ş
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Ziel
─î├şm
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Strecke
59,83
km

Am vorigen Tag hatten wir einen idealen Schlafspot gefunden. 5 ├╝berdachte B├Ąnke, eine gem├Ąhte Wiese und ein Bach im anliegenden Wald waren ideal. Ich wachte an diesem Tag als erster auf. Das Zelt war nur mal wieder ausgerechnet so platziert, das kein Baum uns Schatten vor den fr├╝hen Sonnenstrahlen spenden w├╝rde. Meine 2 Zeltgemeinschaftmitbewohner hatten zwar auch sichtlich zu k├Ąmpfen und w├Ąlzten sich von der Sonnenseite weg, schienen aber weiterschlafen zu k├Ânnen. Ich schlich mich schon mal aus dem Zelt und platzierte ein Fahrrad als Schattenspender f├╝r die zwei bevor ich dann Kaffee aufsetzte. Schlie├člich gab es heute was zu feiern: Moritz macht als letzter nun auch das Viertel Jahrhundert voll!! Und so durfte Moritz mit Kaffee und zu meinen Kl├Ąngen von Happy Birthday untermalt mit Gitarre und Vincents verschlafener Stimme aufwachenÔÇŽ es muss ein Traum gewesen sein :-D

Der abenteuerliche Tennisplatz

Wir fr├╝hst├╝ckten anschlie├čend ausgiebig auf eines der tollen B├Ąnke und machten uns dann auf. Wir kamen jedoch nicht weit. Keinen Kilometer sp├Ąter sahen wir einen Tennisplatz auf der linken Seite direkt neben einem Hotel/Restaurant artigem Komplex. Am Zaun war ein Schild angebracht, dessen Bedeutung wir uns dann zusammengereimt haben: 1 Stunde: 150 Kronen (6 Euro), wie gerufen f├╝r unser Geburtstagskind und Tennisspieler. Die freundliche Kellnerin meinte zwar zuerst, dies w├Ąre den Hotelg├Ąsten vorbehalten aber nach kurzem Abkl├Ąren durften wir dann doch auf den abenteuerlichen Tennisplatz. Diese Art von Belag hatten wir alle noch nirgends gesehen, es waren Kunsstoffklickelemente, auf denen der Ball sehr unterschiedlich sprang. Die Schl├Ąger waren ebenfalls abenteuerlich und so kamen tats├Ąchlich Vincent und ich als Tennis-Amateure deutlich besser zurecht als Moritz, der sicher nur Creme de la Creme Schl├Ąger und Sandplatz gewohnt ist ;-) Nach ein paar Spielen hatte schlie├člich auch Moritz den Dreh raus und so waren wir immer chancenloser. Am Ende hie├č es dann

Moritz - Jared: 6:2, 6:0

Jared - Vincent: 6:0, 6:1

Vincent - Moritz: 1:6, 1:6

Wir genehmigten uns anschlie├čend noch Dampfnudeln im anliegenden Restaurant und radelten schlie├člich mal richtig los. Die Etappe hatte es auch ordentlich in sich. Die H├╝geligkeit wurde im Vergleich zu den Vortagen nochmal gesteigert und so befanden wir uns auf st├Ąndigem Durchschalten zwischen 1. und 11. Gang (zumindest bei mir). Nach einer langen Abfahrt hinunter zur Moldau f├╝hrte die Route uns auch schnurstracks wieder bergauf. Hierbei ersp├Ąhte Vincent eine m├Âgliche Abk├╝rzung entlang eines Wanderwegs, um H├Âhenmeter zu sparen. Der Wanderweg sah auch anfangs noch vern├╝nftig aus, wurde dann aber immer abenteuerlicher. Irgendwann mussten wir dann auch die R├Ąder zu zweit durch schwierige Passagen man├Âvrieren.

Zur├╝ck auf der Stra├če passierten wir einen weiteren Moldau-Staudamm. Es war mittlerweile recht sp├Ąt und wir hatten auch nichts mehr zu essen. Wir schauten uns den Campingplatz am See dahinter an. Dort sah es so aus als h├Ątte das Bistro noch ge├Âffnet, jedoch schaute das Gastgeberpaar hier nur das Kroatien-Spanien Spiel in der Verl├Ąngerung. Nach dem die beiden kurz diskutierten, boten sie uns doch noch eine Pizza an. Wir wurden dann jedoch zeitig auch wieder rausgeworfen, da das Bistro schon um 7 h├Ątte schlie├čen sollen. Wir machten uns also nochmal auf den Weg und radelten noch weitere 10km im Halbdunkeln. Wir f├╝hlten uns mittlerweile m├Ąchtig durchgeschwitzt und so machten wir an einem Dorfbach noch einmal Halt und legten uns in die kalte Str├Âmung. In neuer Frische erreichten wir schlie├člich einen kleinen See, an dem wir uns ganz gut verstecken konnten und verbrachten die gewittrige Nacht im Zelt. Die Aussicht auf eine flache Etappe nach Prag machte die Anstrengung dann auch schnell vergessen.

von Vincent & Jared
am 12.06.2021
Start
Torbole
­čç«­čç╣ Italien
Ziel
Rovereto
­čç«­čç╣ Italien
Strecke
23,66
km

Heute mussten wir schweren Herzens Abschied von Katha nehmen. Es haben sich aber auf der Reise statt ÔÇÜKathaÔÇś eher Namen wie Katharino (gesprochen in englisch: Cater + Rhino) und Gravel-Girl durchgesetzt. Ihr zuk├╝nftiger Ehemann Moritz kam sie sogar abholen mit dem frisch ausgebauten Ford Combi, den die beiden nach ihrer anstehenden Hochzeit f├╝r exzessive Flittermonate nutzen werden. Zu viert verbrachten wir noch einen Abend am Gardasee, sowie einen Abend an einem auserkorenen Schlafspot hinter Rovereto. Den Luxus, der uns durch die eingebaute K├╝hltruhe sowie der fetten Solarstromversorgung am Auto geboten worden ist, konnten wir anschlie├čend nur mit Neid bewundern. Bei uns hei├čt es n├Ąmlich: Wenn K├Ąse mal gekauft wird muss der auch sofort weg.

Wassertemperatur m S├╝den noch angenehm warm, im Norden nur f├╝r Profis

Als wir Katha und Moritz dann endg├╝ltig ziehen lassen mussten empfanden wir das Fahren zu zweit anfangs als total merkw├╝rdig. Die gewohnten 3-fachen Schepperger├Ąusche bei Schlagl├Âchern waren jetzt nur noch 2-fach und das Weitergeben des Schlaglochwarnsignals (kreisende Hand nach unten zeigend) als mittlerer Fahrer in der 3er Kolonne musste auch wieder austrainiert werden. Als wir schlie├člich zu zweit mal wieder in einem Caf├ę sa├čen und dieses mal kein Skat spielen konnten, zogen wir einmal Bilanz:

Erstens waren wir vielleicht sogar alle drei etwas ├╝berrascht, wie wenig soziale Reibung es in unsere Gruppe so gab. Wir kamen extrem gut f├╝r die gegebenen Verh├Ąltnisse miteinander aus und hatten unglaublich viel Spa├č und sch├Âne Momente zusammen. Auch, dass wir es geschafft haben, zu dritt in einem 2-3 Personen Zelt zu schlafen grenzt an ein Wunder. Eine Sache, die wir gerne gemacht haben, ist, Dinge abzusch├Ątzen und schauen wer am n├Ąchsten dran liegt. Sei es die H├Âhenmeter am Tag, der Einkaufspreis im Supermarkt, oder die Zeit die es braucht bis wohl so ein Riegel verdaut ist. Diesbez├╝glich wollen wir hier noch die 3 krassesten Fehleinsch├Ątzungen preisgeben:

Platz 3: Vincent

Wir waren zu dem Zeitpunkt in S├╝ditalien an der K├╝stenlinie unterwegs und erahnten am Horizont die n├Ąchste Landzunge, die sich ins Meer erstreckte. Vincent (wohl frisch gen├Ąhrt mit Power-Riegeln) gab uns zu wissen, dass wir in einer halben Stunde bereits da sein werden. Pustekuchen! 2 Stunden (reine Fahrzeit!) sp├Ąter waren wir dann ├╝berhaupt mal in der N├Ąhe davonÔÇŽ

Platz 2: Jared

Es rollte sich an jenem Tag gem├╝tlich an der Stra├če entlang und die Sonne brezelte mal ausnahmsweise nicht vom Himmel. Vielleicht lief es daher etwas zu entspannt, denn auf die Frage, wieviel Kilometer wir bis zu der ersten Pause gefahren sind, gab Jared eine 13km Sch├Ątzung ab, dabei waren es 31. Eventuell mangelt es da auch an der Sauerstoffversorgung im Hirn, wenn man jede Nacht so eine gro├če Isomatte aufblasen mussÔÇŽ

Platz 1: Katha

Als Sieger dieses Wettbewerbs geht definitiv Katha hervor, die als Einsch├Ątzung, wieviele Skatpartien wir wohl bis dato gespielt h├Ątten, eine schlappe 50 angab. Dabei waren es bereits 391 gespielte Partien. Vielleicht hat Katha da so manche ÔÇÜKontraÔÇś Abfahrten schnell unter den Teppich im Kopf gekehrtÔÇŽ

Apropos Skat!

Hier gilt es, auch noch Bilanz zu ziehen. Insgesamt waren es wohl knapp unter 500 Partien, die gespielt worden sind und es wurde an jedem Tag wieder von neuem gez├Ąhlt. Dennoch haben wir hier noch die Tageswertungen in einem All-time Score zusammen gez├Ąhlt (siehe Grafik). Das absolute Highlightspiel im Zug nach Sapri hat Katha ausgeteilt. Dabei bemerkte sie nicht, dass sie sich nur 9 Karten und dem Skat 3 Karten gegeben hatte. Trotzdem reizte sie ma├člos und bemerkte ihren Fauxpas erst als sie die drei(!) Luschen(!) im Skat aufnahm. Katha ging inklusive kontra krachend den Bach runter!

Man beachte die rasanten Abfahrten
Liebe Katha,

die letzten Wochen mit dir waren wirklich grandios. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit verflogen ist und wie viel wir trotzdem zusammen erlebt haben. Nach ein paar Tagen in Italien haben wir es kaum f├╝r m├Âglich gehalten, dass wir ├╝berhaupt bis in den Norden kommen und jetzt sind wir zusammen durch den ganzen Stiefel ged├╝st, unglaublich! Nat├╝rlich sind wir auch ein bisschen neidisch auf die schicke Karre und den stabilen Typen, mit dem du direkt ins n├Ąchste Abenteuer starten wirst (wir erwarten Fotos!).Wir m├╝ssen jetzt erst einmal zu zweit ├╝ber die Alpen kommen, dabei werden wir dich schmerzlich vermissen!

Durusch, Durusch, 1,2,3!
Jared & Vincent

Liebe*r Leser*in,
Falls Sie am 18. Juni noch nichts vorhaben: Machen Sie sich einen sch├Ânen Tag! Es passiert absolut nichts wichtiges an diesem Tag und es gibt nichts zu verpassen, oder Katha?
Start
Pacengo
­čç«­čç╣ Italien
Ziel
Torbole
­čç«­čç╣ Italien
Strecke
58,81
km

Obwohl wir noch ein gutes St├╝ck von der ├Âsterreichischen Landesgrenze entfernt sind und die kulturelle Grenze recht schwammig verl├Ąuft in S├╝dtirol konnte man doch beim Gardasee tats├Ąchlich den krassesten Unterschied bemerken. Auf den Campingpl├Ątzen war schon kein ÔÇÜBon Giorno, sprechen sie deutsch?ÔÇś mehr zu h├Âren, sondern direkt ein ÔÇÜGuten Morgen!ÔÇś Auf den Stra├čen wimmelte es auch nur so von M├╝nchener Kennzeichen und geschleckten Autos. Man merkt schnell, dass der Gardasee sich dem reichen Tourismus auch anpasst. Die sch├Ânen Naturstr├Ąnde sind mittlerweile schon abgesperrt und Eintritt wird verlangt, in den CafeÔÇśs kommt der Cappucino auch nicht mehr unter 2.50 ├╝ber die Theke und die Campingpl├Ątze sind hochger├╝stet mit Tennispl├Ątzen und Pools.

Ein sportliches Geschoss und ein Ferrari ;-)

Etwas ├╝berfordert mit der pl├Âtzlichen Ver├Ąnderung der Landschaft und dem Tourismus suchten wir um die Mittagszeit mal wieder einen Platz zum Essen kochen. Entlang der Seepromenade und hinter ein paar sehr edlen Restaurants fanden wir schlie├člich eine Bank mit etwas gr├╝nem Fleck und Zugang zum See. Dort gab es dannÔÇŽ.

Rezept des Tages: Sp├Ątzle Criminale con Pilz-Sahne So├če e R├Âstzwiebeln graso

Zutaten:

  • 500g Sp├Ątzle die ├╝brig waren vom Vortag als man dachte man braucht f├╝r K├Ąssp├Ątzle bei Kohldampf sicher 1kg Sp├ĄtzleÔÇŽ
  • 1 Zwiebel
  • 1 Pack Sahne
  • 1 Packung Pilze

Zubereitung:

Die Pilze im anliegenden See waschen und die dreckigen Stiele der Pilze den Enten ├╝berlassen (scheint denen zu schmecken). Die Sp├Ątzle im sprudelnden Wasser kochen lassen und w├Ąhrendher die Zwiebeln and├╝nsten. F├╝r die richtige W├╝rze auch gerne mal den Henkel der Pfanne nicht einrasten lassen und beim ersten Schwenkversuch die verteilten Zwiebelst├╝cke im Gras etwas ziehen lassen. Anschlie├čend die Zwiebeln zur├╝ck man├Âvrieren in die nun korrekt eingestellte Pfanne und weiterbruzeln lassen. Anschlie├čend Pilze hinzugeben und mit Sahne schlie├člich abl├Âschen. Sp├Ątzle abgie├čen und mit der So├če vermengen. F├╝r die entspannte Atmosph├Ąre ist gesorgt durch den spie├čigen Restaurant Besitzer 100m weiter, den der Zwiebel-Fauxpas sogar dazu bewegt hat, die Polizei zu rufen. Bis die jedoch eintraf, war alles aufger├Ąumt und aufgegessen und nichts zu beanstanden.

Einen guten Appetit!

von Katharina Eberle
am 10.06.2021
Start
San Benedetto
­čç«­čç╣ Italien
Ziel
Pacengo
­čç«­čç╣ Italien
Strecke
78,23
km

Am n├Ąchsten Morgen erwartete uns eine b├Âse ├ťberraschung: Eine Zeltstange war an einer Stelle gebrochen. Vincent recherchierte gleich, ob es f├╝r unser nicht ganz billiges Zelt Ersatzteile gibt. Leider war das nicht so einfach herauszufinden, aber wie der Zufall es wollte, befand sich auf unserer heutigen Strecke ein Salewa Outlet Store (Unser Zelt ist von Salewa). Dieser wurde zugleich angesteuert. Er befand sich in einem edlen Openair Einkaufszentrum, wo sogar die Parkb├Ąnke gepolstert waren, die neben einem spie├čigen Springbrunnen standen. Gerade wollte ich mich auf eine dieser einladenden Sitzgelegenheiten niederlassen, schon kam eine Sicherheitskraft und zitierte uns mit den Fahrr├Ądern vor die Tore des Einkaufsparadieses. Zeltstangen gab es auch nicht. Auf ganzer Linie ein Flop. Ein Telefonat mit dem Salewa Kundenservice stellte uns zum Gl├╝ck in Aussicht, dass wir eventuell in Bozen eine Ersatzstange bekommen k├Ânnten. Hoffentlich klappt das.

Lustigerweise kreuzten wir auf dem Weg zu dieser Mall noch einen f├╝r unseren Geschmack leblosen und eher siffigen Kanal. Jedoch sa├čen dort dutzende Angler, die mit etwa 20m Ruten irgendwie das Wasser pfl├╝gten. Es sah aus wie ein Wettbewerb. Wir schauten ein paar Minuten zu aber einen Fisch haben wir nicht gesehen.

Die Fahrradroute, die wir insgesamt bis dato gefahren sind, haben wir mehr oder weniger deshalb so gew├Ąhlt, weil sie Teil des Europaradnetzes ist. Genauer ist die Strecke der s├╝dliche Teil des Eurovelo 7, der von Sizilien zum Nordkap f├╝hrt. In der Planung habe ich mich noch daf├╝r ausgesprochen, dass wir bestimmt keine Navigation brauchen, weil es auf einem Europaradweg ja sicherlich genug Schilder geben wird. Und im Zweifel kann man ja eine Karte mitnehmen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich ├╝berstimmt wurde. Denn auf ├╝ber 1000 km Strecke haben wir kein einziges Schild gesehen, was andeutet, dass wir uns auf dem Eurovelo 7 befinden. Wir haben zwischendurch schon ├╝berlegt, ob wir selbst mal Schilder aufstellen sollen. Doch nun endlich kam die Best├Ątigung, dass wir uns nicht verfahren hatten (siehe Bild).

Die ersten Schilder, die uns den Weg weisen und beschriftet sind mit ÔÇ×Eurovelo 7ÔÇť. Kurz waren wir verwundert, weil wir uns an diesem Tag wohl auch mal auf dem Eurovelo 8 befanden, der hier den Eurovelo 7 kreuzt. So fuhren wir nun den Fahrradschildern hinterher. Dieser neu gewonnen Luxus hatte auch seine Schattenseiten. Denn Fahrradweg ist nicht gleich Fahrradweg. Teilweise lobten wir den Fahrradweg in den Himmel und eine Minute sp├Ąter verwandelte sich der perfekt geteerte Weg in eine Schotterpiste. Na toll. Ich durfte mir nicht anmerken lassen, dass mich der Kiesweg nervt. Denn schlie├člich hatte ich als einzige in unserer Gruppe ein Gravelbike und ÔÇ×GravelÔÇť hei├čt ÔÇ×SchotterÔÇť. Also eigentlich ein Heimspiel f├╝r mein Fahrrad. Wir stellten die Parallele von Gravelbikes zu SUVs her: Eigentlich ausgelegt f├╝rs Gel├Ąnde. Wegen Style gekauft. Nur auf der Teerstra├če verwendet.

Vincent lie├č es sich umso mehr anmerken, dass ihn die Strecke gerade nervt und so beschlossen wir, nicht blind den Fahrradschildern hinterherzufahren. Es war also eine st├Ąndige Vertrauensfrage: trauen wir eher den Schildern oder Komoot (unserem Navigationssystem)? Denn auch Komoot macht machmal ganz seltsame Dinge, was Jared meist mit ÔÇ×Die Kommode ist schon wieder besoffenÔÇť kommentiert. So fuhren wir manchmal den Fahrradweg entlang und manchmal die Stra├če.

Abends buchten wir uns f├╝r eine Nacht auf einem Campingplatz am Gardasee ein. Hier ist es nur sehr schwer m├Âglich, einen sch├Ânen Platz zum schlafen au├čerhalb eines Campingplatzes zu finden, da die Touristendichte sehr hoch ist. So konnten wir einen sch├Ânen Abend am See genie├čen, schwimmen und einen Aperol Spritz in der Strandbar schl├╝rfen.

von Katharina Eberle
am 09.06.2021
Start
Bologna
­čç«­čç╣ Italien
Ziel
San Benedetto
­čç«­čç╣ Italien
Strecke
92,72
km

Es ist richtig sch├Ân, morgens aufzuwachen und zu wissen, dass alles M├Âgliche, was man immer so zu erledigen hat, nun erledigt ist. Die W├Ąsche riecht angenehm frisch und ist trocken, unser Geschirrset durfte die Putzkraft einer Sp├╝lmaschine erleben und war tats├Ąchlich gar nicht mehr fettig (auch die R├╝ckseite der Teller, die nervige Rillen hat und nur schwer zu s├Ąubern ist) und all unsere nassen Regensachen waren ├╝ber Nacht getrocknet. Auch ich f├╝hlte mich angenehm sauber, da die Badewanne es geschafft hat, all die Spuren der Fahrradkette von meinen Beinen zu entfernen, die sich sonst immer ein paar Tage halten und nicht ganz weggehen. Vincent und Jared bekommen es irgendwie immer hin, viel weniger Kettenabdr├╝cke zu bekommen. Beim Fr├╝hst├╝ck in der Unterkunft holten wir uns einen ordentlichen Zuckerschock, da es ausschlie├člich s├╝├čes Essen gab. Kuchen, Muffins, Pancakes, ges├╝├čtes M├╝sli, abgepackte Schokocroissants. Das war wahrlich ein guter Ersatz f├╝r die vielen Traubenzucker, die wir am Anfang der Reise noch in der Apotheke geschenkt bekommen hatten und die schon l├Ąngst aufgebraucht waren. Mit einem viel zu hohen Blutzuckerspiegel starteten wir also die heutige Etappe und legten dank der flachen Strecke direkt mal 30km zur├╝ck. Trotzdem mussten wir uns etwas ranhalten, da unser Ziel f├╝r den Tag noch weitere 70km entfernt lag. Vincent, der Ballermann des Tages, fuhr die meiste Zeit vorne und bot einen super Windschatten und Jareds mittlerweile perfektionierte Taktik, w├Ąhrend der Fahrt M├╝sliriegel zu essen, trug dazu bei, dass wir nur selten anhalten mussten.

Restaurant rechts, Parkplatzwiese links

Unser Tagesziel befand sich am Fluss, dessen Name weltbekannt ist. Der Po. Jeder kennt ihn, die wenigsten waren dort. Besonders gerne wird der Po in der Kategorie ÔÇ×FlussÔÇť bei Stadt-Land-Fluss angegeben. Spannend, diese Ber├╝hmtheit von Fluss also mal zu erkunden. Der Fluss an sich bot wenig Raum zum Wildcampen, da er dicht bewachsen ist und es auch nur so wimmelt von Lebewesen. In einem Restaurant, das nahe am Fluss gelegen ist, versuchten wir unser Gl├╝ck und zeigten mal wieder unseren vorgefertigten Text mit der Bitte nach einem gr├╝nen Fleck auf dem wir zelten k├Ânnten. Total begeistert (wohl auch wegen der Spendenaktion) lie├č er uns auf dem begr├╝nten Parkplatz das Zelt aufschlagen, was uns sehr erfreute. Wir beschlossen dann auch noch ein paar k├╝hle Getr├Ąnke in dem recht edel erscheinenden Restaurant uns zu genehmigen. Bevor wir jedoch bestellen konnten, stelle uns der Kellner ungefragt direkt eine gro├če Portion Pommes hin. Nachdem wir 3 Bier bestellt hatten und ausf├╝hrlich genossen haben verweigerte der Kellner sogar auch noch, dass wir daf├╝r bezahlen. Wir waren mal wieder ├╝berw├Ąltigt von der Gastfreundschaft und vergeben nat├╝rlich an dieser Stelle mal wieder den

MVP des Tages: Kellner

Vielen herzlichen Dank von unserer Seite!

Wahnsinn!
von Katharina Eberle
am 08.06.2021
Start
Poggio di Chiusoli
­čç«­čç╣ Italien
Ziel
Bologna
­čç«­čç╣ Italien
Strecke
69,29
km

Heute waren wir mal wieder fr├╝h auf den Beinen. Der ideale Camping Spot mit flie├čend Wasser und einer Bank verk├╝rzte die morgendliche Fr├╝hst├╝cks und Abbau Routine dann doch deutlich. Eine ungekl├Ąrte Frage war nach wie vor, wo sich die SD Karte samt USB-C Adapter befand. Wir nahmen deshalb nochmal Kontakt mit dem Hotel auf, in dem wir geschlafen hatten. Auch dort war die SD-Karte nicht. Wir packten alle nochmal all unser Gep├Ąck aus und da tauchte die Karte zwischen Jareds Unterhosen auf. Keiner wei├č, wie sie dorthin gekommen ist, aber wir waren alle ziemlich froh, dass unsere Bilder nicht weg waren. Vielleicht taucht ja zwischen Jareds Socken mal unsere Aubergine auf, die wir an einem Abend gekauft hatten, die dann aber verschollen war.

SD Karte aufgetaucht

Nach dem Anstieg am Vortag ging es erstmal wieder bergab. Ein Highlight, dem wir auch schon seit einiger Zeit entgegenfieberten ereignete sich dann auch auf dieser Etappe: Endlich ein Radschild mit dem Euro Velo 7!! Uns war klar, dass die Route gerade in S├╝ditalien noch nicht gut ausgeschildert ist, aber dass es so lange braucht h├Ątten wir auch nicht gedacht.

Trotz der Freude kamen wir heute nicht so gut voran, weil es immer abwechselnd aus vollen Eimern sch├╝ttete und dann wieder trocken war. Wir wechselten also st├Ąndig zwischen Regenmontur und normalem Fahrradoutfit. Bis es uns zu bl├Âd war, st├Ąndig in die halbnasse Regenhose zu steigen. Das Problem war, dass wir dann halt nass waren. Ziemlich erledigt entschlossen wir uns deshalb dazu, eine Unterkunft f├╝r die Nacht zu buchen. Gl├╝cklicherweise gab es dort sogar eine Waschmaschine und eine Badewanne und einen Fernseher. Alles Dinge, die uns mal wieder sehr gelegen kamen.