Urlaubsfeeling
von Vincent Kliem
am 14.07.2021
Start
Wiselka
­čçÁ­čç▒ Polen
Ziel
Kolobrzeg
­čçÁ­čç▒ Polen
Strecke
85,85
km

Nachdem wir uns jetzt von Berlin bis an die Ostseek├╝ste vorgeradelt haben, geht es jetzt entlang dieser durch Polen. Das weckt einige sch├Âne Erinnerungen und Urlaubsgef├╝hle bei mir, denn als Kind waren wir jahrelang mit der ganzen (polnisch st├Ąmmigen) Gro├čfamilie im kleinen K├╝stenort D┼║wirzyno im Urlaub. Gut kann ich mich noch erinnern, wie wir morgens um 4 Uhr mit dem Auto in W├╝rzburg aufbrachen und ├╝ber Berlin bis nach Polen fuhren. Dass man irgendwann nach Polen kam, merkte man vor allem am rhythmischen Klappern des Autos auf den aus einzelnen Betonplatten bestehenden Stra├čen. Auch wenn wir uns sehr auf die polnische K├╝ste freuten, waren wir vorsichtig optimistisch was die Ausbaustufe der polnischen Radwege anging.

Radeln mit den Schweizern

So fuhren wir auf Usedom ├╝ber die deutsch-polnische Grenze und auf einmal: wunderbare Radwege, gut asphaltierte Stra├čen, ausgeschilderte FernradwegeÔÇŽ

Sp├Ątestens als wir auf der F├Ąhre durch den Swinem├╝nder Hafen auf die Frage, was es denn kosten w├╝rde, die Antwort bekamen ÔÇ×ItÔÇśs freeÔÇť, war der erste Eindruck perfekt. Doch auch wenn sich vieles getan hat in den letzten 20 Jahren, erinnerte mich vieles an die Urlaube hier: Die Kettcars, die Airhockey-Tische und die Ramschl├Ąden an jeder Ecke in den Urlaubsorten gibt es noch. Wir fuhren durch den Nationalpark Wolin und in den Ort Wiselka, wo wir spontan eine wunderbare Pension mit Garten fanden, wo wir unsere Akkus und die unserer Ger├Ąte aufladen konnten.

Am n├Ąchsten morgen ging es weiter an der Ostseek├╝ste entlang. Nach wenigen Kilometern trafen wir eine nette Gruppe Schweizer, mit denen wir ins Gespr├Ąch kamen und einige Kilometer gemeinsam fuhren. F├╝r Sie ging die Route von Hamburg aus bis nach Tallin. Das absolute Highlight ihrer Ausr├╝stung war die auf den Gep├Ącktr├Ąger gespannte Angel, ideal f├╝r den Ostseeradweg. Warum hatten wir diese Idee nicht?

Wir tauschten Handynummern aus und verabschiedeten uns mit der Gewissheit, dass wir uns bestimmt auf dem Weg noch einmal begegnen werden. Bei einer ausgiebigen K├Ąsebrotpause trainierten wir auf dem Schotterweg vor unserer Bank den Frisbee-Skip-Shot. Dabei stellt der Werfer die Frisbee unter einem bestimmten Winkel an. Die Frisbee springt dadurch vom Boden wieder hoch. Der F├Ąnger l├Ąuft von seiner Ausgangsposition 20 Meter und sucht die Frisbee im Geb├╝schÔÇŽ naja, wir ├╝ben noch!

Nach der Pause und dem verzweifelten Versuch das Schrumpfen unserer Armmuskulatur durch Frisbeesport zu verlangsamen, kamen wir in ein furchtbares Unwetter. Da wir mit dem Anziehen der Regenmontur zu z├Âgerlich waren und eh alles nass war, hielt uns nichts mehr davon ab einfach durch den Regen und das Gewitter durchzuballern. Auf unserem Weg waren eh schon alle Schutzh├╝tten, die es ├╝brigens in Polen entlang der Radwege zu Hauf gibt, mit fl├╝chtenden Radler*innen besetzt.

Nach einer guten Stunde verzog sich das Unwetter und wir suchten uns einen Platz auf den D├╝nen zum pausieren und baden.

Unsere H├╝tte von damals (2001)

Schlie├člich kamen wir nach D┼║wirzyno. Zuletzt war ich hier vor etwa 15 Jahren und so viel hatte sich garnicht ver├Ąndert. Am Hafen g├Ânnten wir uns sehr leckeren ger├Ąucherten Fisch. Anschlie├čend mogelte ich mich vorbei am Pf├Ârtner auf die Ferienanlage, auf der wir fr├╝her Jahr f├╝r Jahr im Urlaub waren. Es hatte sich absolut garnichts ver├Ąndert, nur das alles tats├Ąchlich viel, viel kleiner war, als in meiner Erinnerung. Das ÔÇ×riesengro├če BasketballfeldÔÇť hatte nicht einmal ann├Ąhernd Normalgr├Â├če und unser altes Ferienhaus war eher eine kleine H├╝tte.

Am Gofrystand vor der Anlage g├Ânnten wir uns noch leckere Waffeln und fuhren noch ein St├╝ckchen weiter, bis wir ein abgelegenes St├╝ckchen Strand fanden, an dem wir unser Zelt aufschlagen konnten.

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