#Green Velo
von Vincent Kliem
am 24.07.2021
Start
Jablonskie
đŸ‡”đŸ‡± Polen
Ziel
Papiliakaniai
đŸ‡±đŸ‡č Litauen
Strecke
74,81
km

Nach den letzten zwei Tagen brummte uns gehörig der SchĂ€del vom reichhaltigen kulturellen Input und vom Entziffern von hunderten alten Dokumenten. Deshalb sollen die nĂ€chsten Tage vornehmlich unsere Beine beansprucht werden. Im Hinblick auf unser Ziel Tallin hieß es wieder ordentlich Strecke zu machen.

Nach MĂŒsli und Kaffee in unserer kleinen HĂŒtten ging es ab auf die RĂ€der und weiter am Green Velo entlang. Der Green Velo ist wirklich die ideale Möglichkeit um EU-Skeptikern zu zeigen, fĂŒr welche genialen Zwecke EU-Gelder eingesetzt werden. Der Green Velo fĂŒhrt ĂŒber Feldwege und asphaltierte Straßen durch WĂ€lder und Wiesen. Wir fuhren durch immer weniger dicht besiedelte Gebiete und so konnten wir uns von den Reizen der letzten Tage gut erholen.

Mittags machten wir Pause an einem kleinen See. Nachdem wir die FahrrĂ€der und uns geputzt hatten, entdeckten wir beim Baden einige schöne Fische im Wasser. Es machte sich bezahlt, dass ich meine 2,99€-Billo-Chlorbrille, die ich in Passau gekauft hatte, um ein paar Bahnen im Freibad zu schwimmen, seit fast 2000km mit mir rumschleppe. Bewaffnet mit Brille und GoPro versuchten wir uns mit den Flussbarschen anzufreunden.

Das Highlight des Green Velos sind die sogenannten MORs, wobei wir immer noch keine Idee haben, wofĂŒr diese AbkĂŒrzung steht. Uns war schon öfters auf den Radschildern diese AbkĂŒrzung aufgefallen. Wir brauchten aber zwei Tage, um die grandiosen (meist ĂŒberdachten) PausenhĂŒtten, mit den Schildern in Verbindung zu bringen. Ein Standard MOR ist ausgestattet mit einer ĂŒberdachten Bank, FahrradstĂ€ndern und einem (meist gut benutzbaren) Plumpsklo. Oft findet man auch einen kleinen Flecken grĂŒn fĂŒr ein Zelt.

So freuten wir uns in den Abendstunden sehr, als ein Schild den nĂ€chsten MOR in Aussicht stellte. Wir hatten uns mit allen Zutaten fĂŒr ein Risotto bewaffnet und wollten am MOR kochen und nĂ€chtigen. Leider machte uns die ansĂ€ssige Dorfjugend, die die VorzĂŒge eines MOR wohl auch zu schĂ€tzen gelernt hatten, einen Strich durch die Rechnung. In der Hoffnung, dass in den spĂ€teren Stunden noch ein wenig Nachtruhe einkehren möge, fingen wir an zu kochen und kamen (mit Hilfe von Google Translate) mit den jungen Polen ins (Schreib-)gesprĂ€ch.

Gut genÀhrt machten wir uns (bereits im Dunkeln) auf die Suche nach einem ruhigen Schlafplatz. Und der Green Velo gab uns mehr als das:

Premium-MOR

Da es schon relativ spĂ€t war, hatten wir die abendliche MĂŒckenflut (meist gegen 21 Uhr) schon hinter uns und konnten ohne Zelt unter dem gigantischen Dach schlafen. Jeder vernĂŒnftige Mensch wĂŒrde sich wahrscheinlich ĂŒber die netten Blumen, die Tischdecke oder die Feuerstelle freuen. Wir eskalierten aber völlig als wir die zwei Steckdosen in der Ecke entdeckten. Sofort wurde nach empfohlener Priorisierung der stĂ€ndigen Ladekommission (Jared) geladen. PrioritĂ€t 1: Powerbank und iPad, PrioritĂ€t 2: Drohnenakkus. Am Morgen wurde die Priorisierung aufgehoben und es durften sogar Handys laden, die nicht dem Navigationszweck dienen.

Monument am DreilÀndereck

Nach dem FrĂŒhstĂŒck ging es weiter in Richtung litauischer Grenze. Bevor wir die Grenze ĂŒberquerten machten wir einen kleinen Abstecher zum DreilĂ€ndereck: Russland-Polen-Litauen. Nachdem wir die letzten Tage das Gebiet um Kaliningrad umfahren mussten, waren wir schon von der russischen Einreisepolitik latent genervt. Aber hier setzte Russland auf absurde Weise noch einen drauf:

Am DreilĂ€ndereck gibt es ein kleines Monument, um das man eigentlich herumlaufen kann und dabei durch drei LĂ€nder lĂ€uft. Das russische Viertel war allerdings eingezĂ€unt. Hinter dem Monument zog sich ein mehrfach gesicherter und Kamera ĂŒberwachter Grenzstreifen durch die Landschaft inklusive Foto-Verbotsschilder. Wir kamen mit einem netten Polen ins GesprĂ€ch, der uns erzĂ€hlte, dass die ZĂ€une am Monument erst vor einigen Jahren errichtet wurden. Es wurden wohl schon ĂŒbereifrige Touristen, die sich auf die andere Seite wagten, aufgegriffen und zu einer Geldstrafe von etwa 500€ verdonnert. Wir ließen es uns trotzdem nicht nehmen einen Schritt ĂŒber die Grenze zu wagen. Wie befremdlich
 Naja, die EU (und der Schengenraum) sind doch wirklich was ganz feines.

Zelt mit morgendlichem Sonnenschutz

Wir fuhren auf polnischer Seite noch ein StĂŒckchen weiter. Bei einer Einkaufspause trafen wir eine ganzes Feld von Gravelbike-Fahrern, die augenscheinlich an einem Rennen teilnahmen. Aus dem Erschöpfungszustand der Fahrer und der QualitĂ€t der AusrĂŒstung folgerten wir, dass das Rennen nicht ganz ohne sein muss und tatsĂ€chlich recherchierten wir, dass es sich hierbei um ein Crosscountryrennen ĂŒber 200km/500km handelt. Im GesprĂ€ch erfuhr Jared, dass einige der Fahrer garnicht schlafen, andere wiederum hatten auch ein Zelt dabei. Auf jeden Fall ist die knapp bemessene Karenzzeit von 72h einzuhalten. Wie wir da wohl mit unseren bepackten Eseln so performen wĂŒrden?

Dass wir irgendwann in Litauen waren, merkten wir nur beim Blick auf die Karte und auf die Uhr (+1 Stunde).

Nach einigen Kilometern Feldweg kamen wir in den ersten kleineren Ort. Hier machte sich der Unterschied zu Polen doch deutlich, da das Dorf fast nur aus HolzhĂ€usern bestand. Leider wurde hinter dem Ort die Straße katastrophal schlecht, so dass wir bald unser Nachtlager an einem Feldrand aufschlugen. Zum Abendessen gab es Fallafeln mit Reis und selbst gebackenem Brot. Mit vollen BĂ€uchen ging es ins Zelt fĂŒr unsere erste Nacht in Litauen.

Am Morgen gönnten wir uns eine Runde Olympia auf dem Acker. Dank 4G und iPad konnten wir mitten in der Pampa voller Enthusiasmus die erste deutsche Medaille im 3-Meter-Synchronspringen verfolgen.

von Moritz Spannenkrebs
am 22.07.2021
Start
Lidzbark Warminski
đŸ‡”đŸ‡± Polen
Ziel
Barciany
đŸ‡”đŸ‡± Polen
Strecke
85,41
km

Nachdem wir gestern in Pieniezno (alias Mehlsack) zwar jede Menge Hinweise auf Jareds Ahnen, allerdings keine auf die meinen gefunden hatten, ging es heute nach Lidzbark Warminski (ehemals Heilsberg). Vincents Mama hatte ĂŒber ihre geheimen Quellen (wir tippen auf die polnische Mafia) eine Geburtsurkunde meines Opas ausgegraben, die dort ausgestellt wurde. Als Wohnort wurde das kleine Dorf Nowosady (ehemals Wosseden) in fĂŒnf Kilometern Entfernung angegeben.

In Lidzbark angekommen, fanden wir schnell einen schönen Platz am Fluss. Ähnlich eines Green Velo Stops, waren zwei schöne Holzpavillons mit BĂ€nken und Tischen aufgebaut, sodass wir die perfekte Infrastruktur zum Kochen hatten. WĂ€hrend ich noch mit meinem Papa telefonierte, in der Hoffnung auf letzte Hinweise auf den alten Hof meines Uropas, lernte Vincent einen jungen Mann kennen. Er stellte sich als Mariusz vor und war hier in Lidzbark geboren und aufgewachsen. Eigentlich wohnte er mittlerweile in Warschau, doch wegen Corona war er im Homeoffice und konnte deshalb hier bei seinen Eltern wohnen. Als wir ihm erzĂ€hlten, dass wir wohl nur diese Nacht in der Stadt sein wĂŒrden und morgen direkt weiter fahren wollten, versuchte er uns schnell umzustimmen. Lidzbark sei viel zu schön und habe viel zu viel spannende polnisch-deutsche Geschichte zu bieten, um sich nicht damit zu beschĂ€ftigen. Wie sich herausstellte, war er in einem lokalen Geschichtsverein und kannte sich dementsprechend hervorragend aus. Da wir noch essen und ein paar Telefonate fĂŒhren wollten, verabredeten wir uns auf 22:00. Der erste Stop sollte ein alter Friedhof sein... mitten in der Nacht! Den Weg dorthin legten wir mit unseren RĂ€dern und er mit seinem beeindruckend schnellen Klapp-E-Bike zurĂŒck. Vor allem Berg auf zog er uns damit ordentlich davon!

Den Eingang zum Friedhof bildete ein schönes, altes Tor mit der Aufschrift „Vater in deine HĂ€nde empfehle ich meinen Geist!“ - laut Bibel Jesu letzte Worte. Der Friedhof war tatsĂ€chlich noch aus deutschen Zeiten und die Inschrift nicht ersetzt, sondern nur nachtrĂ€glich um die polnische Übersetzung ergĂ€nzt worden. Unser privater Guide fĂŒhrte uns zum Grab des deutschen Flug-Pioniers „Ferdinand Schulz“. Dieser war im damaligen Ostpreußen geboren und stellte zwischen 1924 und 1928 allerhand aberwitzige Weltrekorde im Segelfliegen auf. Beispielsweise segelte er in seinem selbstgebauten Flugzeug „Moritz“ 12 Stunden am StĂŒck und kam auf eine Höhe von 435 Metern. Leider stĂŒrzte der „Ikarus von Ostpreußen“ bei einem seiner wagemutigen FlĂŒgen auf dem Marktplatz von Stuhm ab.

Flugpionier Ferdinand Schulz. Quelle: wikipedia

Auf der Suche nach weiterer polnisch-deutscher Geschichte, zeigte uns Mariusz erst den, wie er es beschrieb, Lustgarten des damaligen Bischofs und spĂ€ter die zugehörige Bischofskirche. An allen Ecken und Enden fanden sich alte, oftmals partiell ĂŒbermalte deutsche SchriftzĂŒge, die an die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg erinnerten. Den Höhepunkt der nĂ€chtlichen Tour bildete die Burg Heilsberg, welche mittlerweile als Museum dient. In dieser hatten nicht nur viele Bischöfe gewohnt, sondern auch Nikolaus Kopernikus sechs Jahre lang als Arzt gearbeitet. Dieser entwarf einige Jahre spĂ€ter das erste heliozentrische Weltbild, hatte also erklĂ€rt, dass sich die Erde um die Sonne drehe.

Die gesamte Festungsanlage der Burg blieb als eines von wenigen GebĂ€uden der Stadt vor den BrĂ€nden nach dem zweiten Weltkrieg verschont. Witzig war, dass der Burghof eigentlich nachts geschlossen war, aber Mariusz wusste durch welche TĂŒre man ihn dennoch betreten konnte.

Im Burghof unterhielten wir uns eine ganze Weile und er erklĂ€rte uns, wie das polnisch-deutsche Zusammenleben nach dem zweiten Weltkrieg stattfand. Entgegen unserer Erwartung, hatten viele deutsche Familien die russische Übernahme ĂŒberstanden und wurden nicht sofort vertrieben. Sie lebten demnach noch einige Jahre in Heilsberg. Doch die Wut auf Deutschland nach dem Krieg verwandelte sich bei einigen polnischen Einwohnern in Hass und somit wurden nach und nach auch die letzten deutschen Familien gezwungen, ihre HĂ€user aufzugeben und in das heutige deutsche Staatsgebiet zu fliehen.

Als letzten Punkt der FĂŒhrung wurde uns ein alter evangelischer Friedhof gezeigt, welcher auch aus deutschen Zeiten stammte. Heute war nur mehr ein einziges Grab ĂŒbrig, der Rest war dem Erdboden gleichgemacht worden. Mariusz fand es schrecklich, dass ein solcher Ort derart verkommen lassen wurde.

Kurz nach zwölf war die FĂŒhrung zu Ende, doch Mariusz begleitete uns noch zu unserem Zeltplatz. TatsĂ€chlich wĂ€re es schade gewesen, die Stadt nicht kennenzulernen. Lidzbark Warminski war wirklich hĂŒbsch und hatte gescichtlich einiges zu bieten! WĂ€hrend wir schon unsere ZĂ€hne putzten, versprach er uns noch, uns eine deutsche Bierflasche aus den 1930ern zuzuschicken, sobald er wieder in Warschau sein wĂŒrde. Wir sind gespannt


Am nĂ€chsten Morgen fuhren wir in Richtung Nowosady. Zur Erinnerung: Hier hatten mein Uropa und meine Uroma einen Hof gehabt, wo auch mein Opa geboren war. Der Weg dahin machte uns schnell klar, dass es sich nicht gerade um eine Metropole handelte: Statt Teer, oder wenigstens Schotter gab es hier erneut nur Sandstraßen. Dies sollte aber gerade geĂ€ndert werden und dementsprechend rauschten stĂ€ndig LKWs an uns vorbei in Richtung Baustelle. Jedes mal wurden Unmengen Sand aufgewirbelt und man musste Mund und Augen schließen. Als wir gerade an einer besonders sandigen Passage waren und sich ein Lastwagen an uns vorbei zwĂ€ngte verlor Vincents Vorderrad den Grip, grub sich tief in den Sand und Fahrrad samt Fahrer stĂŒrzten. GlĂŒcklicherweise waren noch einige Meter Platz zum LKW und Vincent tat sich auch nicht weh. Lediglich sein Rennlenker nahm eine recht eigenartige Form an, was aber mit Werkzeug und FingerspitzengefĂŒhl wieder in Ordnung gebracht wurde.

Einige Sandkilometer weiter kamen wir in das kleine Dorf, bzw. eher in die lockere Ansammlung alter Höfe. Da wir keinen echten Anhaltspunkt hatten, wo genau der ehemalige Hof meiner Urgroßeltern sein könnte, bzw. ob dieser ĂŒberhaupt noch existierte, fotografierte ich einfach wild einige alt aussehende HĂ€user und Scheunen. In der Mitte des Dorfes stand eine kleine Kapelle, welche Vincents fachkundiger Blick als hinreichend alt klassifzierte. Leider war sie verschlossen und das einzige Grab im zugehörigen Garten trug auch keinen uns bekannten Namen.

Im ganzen Dorf sahen wir keine Menschen. Einzig an einem sehr alt aussehenden Hof trafen wir den Besitzer desselben, was sich als beinahe astronomischer Zufall herausstellen sollte. Zu unserer Überraschung sprach er einige Worte englisch (nach eigener Aussage als einziger im Dorf) und war durchaus interessiert an meiner Geschichte. Ich zeigte ihm eine alte deutsche Karte der Umgebung, die ich online gefunden hatte und er studierte sie fleißig. Leider half das nicht groß weiter und auch die Namen „Spannenkrebs“ und „Tresch“ (MĂ€dchenname meiner Urgroßmutter) sagten ihm nichts. Als wir schon am gehen waren, pfiff er uns zurĂŒck und wir traten etwas perplex heran. Zu unserem Erstaunen gab er uns zu verstehen, ihm zu folgen und erklĂ€rte mir, er habe ein Foto meines Vaters. Trotz der Gewissheit, dass mein Vater noch nie hier gewesen war, folgten wir brav und setzten uns zu seinem (sehr anhĂ€nglichen) Hund vors Haus. Unterdessen holte seine Frau ein altes Fotoalbum aus dem Haus und wir unterhielten uns. Ich erklĂ€rte ihm, dass mein Vater nie in Nowosady gewesen war, aber mein Großonkel mal nach dem alten Hof gesucht habe. Da ich diesen selbst nie kennengelernt hatte, konnte ich ihn auf den beiden Bildern die er uns zeigte auch nicht identifizieren. Er erklĂ€rte uns, der Besuch des Mannes (auf dem Foto ganz rechts) sei etwa zwanzig Jahre her und auch dieser habe nach dem alten Hof seiner Familie gesucht. Der Cowboy im Hintergrund des Bildes ist ĂŒbrigens eine jĂŒngere Version unseres Gastgebers. Ich konnte mir eine gewisse Ähnlichkeit zu meinem Opa durchaus einbilden und auch das Alter hĂ€tte bestens gepasst. Im Nachhinein konnte mein Vater die IdentitĂ€t nicht so ganz bestĂ€tigen, aber die Geschichte war einfach zu gut! Wir unterhielten uns noch ein wenig und fanden heraus, dass sein Vater ebenfalls im Krieg geflohen war. Allerdings von Ostpolen ins damalige Ostpreußen. Er selbst war hier im Hof aufgewachsen, was aber natĂŒrlich deutlich nach der Flucht meines Opas war. Dementsprechend wusste er auch nicht, welche GebĂ€ude noch aus deutschen Zeiten stammen konnten. DafĂŒr erzĂ€hlte er uns eine Geschichte vom Hof seines Bruders (einige hundert Meter weiter), bei dem angeblich irgendwann Hitler zu Besuch gewesen sei. Naja, wir konnten dieser ErzĂ€hlung in der vorgetragenen Sprache inhaltlich nicht so ganz folgen... Trotzdem glĂŒcklich ĂŒber dieses zufĂ€llige Treffen bedankten wir uns vielfach und verabschiedeten uns von seiner Frau und ihm. Er witzelte noch, in zwanzig Jahren wĂŒrde sicher wieder jemand aus meiner Familie vorbeikommen und wĂŒnschte uns bis dahin alles gute.

Da wir fĂŒr den Tag bereits genug erlebt, aber noch viel zu wenig Strecke hinter uns gebracht hatten, ging es nun weiter. Wir folgten wieder dem Green Velo, welcher uns auf gut befahrbaren Feldwegen und Straßen ohne Verkehr nach Osten fĂŒhrte. Unsere einzige lĂ€ngere Pause machten wir an einem Fahrrad-Rastplatz. Dort waren wir fasziniert von einem Paar Storche, die an ihrem Nest werkelten. Allgemein war die Menge dieser schönen Vögel in den letzten Tagen extrem hoch gewesen. In jedem Dorf fanden sich mehrere Storchennester und auf jedem Feld waren die Tiere zu sehen. Eine kurze Recherche ergab, dass Polen auch als „Land der Weißstorche“ bezeichnet wird. Etwa 25% der Weltpopulation an Weiß- bzw. Klapperstorchen sei hier zu finden. Ich versuchte natĂŒrlich, die Vögel zu fotografieren und nĂ€herte mich dabei so gut es ging ohne sie zu verscheuchen - im Nachhinein muss ich zugeben, dass die Aktion wohl etwas bescheuert aussah.

Zum Abend hin waren wir lang, sehr lang auf der Suche nach einem guten Zeltplatz. Nach den Erfahrungen der letzten Tage waren wir wohl auch etwas verwöhnt und wollten unbedingt eine Bank mit Tisch, aber bitte ohne viele MĂŒcken. Tja, wer so wĂ€hlerisch ist, muss es mit den Oberschenkeln bezahlen und so rollten wir weit ĂŒber die von uns angestrebten 75 km hinaus. Schließlich fanden wir allerdings eine standesgemĂ€ĂŸe Unterkunft im Park eines kleinen Dorfes, wo wir angenehm kochen konnten und schließlich einen gemĂŒtlichen Zeltplatz fĂŒr die Nacht hatten.

von Jared Faißt
am 21.07.2021
Start
Dabrowa
đŸ‡”đŸ‡± Polen
Ziel
Lidzbark Warminski
đŸ‡”đŸ‡± Polen
Strecke
64,95
km

Heute stand eine fĂŒr mich ganz besondere Etappe bevor, wir erreichten Pienieszno, oder wie es zu preußischen Zeiten hieß: Mehlsack. Dies ist der Geburtsort meines Großvaters Gerhard Wichert. Es lag tatsĂ€chlich erst etwa 10 Tage zurĂŒck, als wir zwischen Berlin und Anklam ein wenig ĂŒber die polnische Route nachdachten und Vincent mich dabei fragte, wo denn nochmal mein Opa herkĂ€me. Schließlich war es dort bereits ersichtlich, dass wir Kaliningrad umfahren mĂŒssen und daher auch noch andere Ziele in Polen ansteuern könnten. Als ich Mehlsack antwortete, war Moritz ganz baff, denn seine Großeltern kommen auch von dieser Gegend, was ein Zufall! WĂ€hrend wir also weiterradelten ließen wir noch einmal zuhause Informationen zusammensammeln und ĂŒbergaben sie Jolla (Vincents Mutter). Dank ihrer polnischen Muttersprache und Engagement konnte sie uns einen Kontakt im Standesamt in Mehlsack herstellen. Dort gibt es tatsĂ€chlich noch wenige BĂŒcher mit GeburtseintrĂ€gen aus dem Zeitraum 1920 - 1938.

Wir kontaktierten dann Frau Boncal und vereinbarten, dass wir um 13 Uhr vorbeikommen wĂŒrden. Sie spricht zu unserem GlĂŒck sogar wirklich gutes Deutsch, sie hatte ein paar Jahre in Aachen gelebt und studiert. Wir ließen den Vormittag gemĂŒtlich angehen und genossen den sehr wild belassenen Campingplatz. Wir waren nur noch 20km von Mehlsack entfernt und so ließ ich die Gedanken etwas schweifen
 ob wohl Uroma Hedwig und Uropa Andreas auch AusflĂŒge hierher gemacht haben? Das werde ich zwar leider nicht mehr herausfinden, aber vielleicht finden wir ja noch andere Informationen. Zuerst zur Übersicht hier meine Situation und die Charaktere, um die es geht:

  • Uropa Andreas Wichert, geboren 1920, verstorben 1942 im Krieg (1. Bild)
  • Uroma Hedwig Reiß, geboren 1920 in Peterswalde nahe Mehlsack (2. Bild links)
    • Hatte noch viele weitere Geschwister, unter anderm einen Paul, eine Agathe und Anna
 weiteres ist nicht bekannt, außer dass es eher viele sind.

Die beiden hatten dann 3 Kinder

  • Mein Opa Gerhard Wichert, geboren 1941 in Mehlsack, verstorben 2011 in Waldmössingen (3. Bild ganz rechts)
  • Bruder meines Opas Bernhard Reiß, geboren 1936 in Mehlsack, verstorben in Waldmössingen
  • Opas Schwester Helga,, 1942 geboren aber frĂŒh verstorben

Meine Hoffnung war in erster Hinsicht Wichert oder Reiß ĂŒberhaupt zu finden und wenn möglich dies auch noch zu meinem Stammbaum verknĂŒpfen. Wir freuten uns aber hauptsĂ€chlich ĂŒberhaupt mal in solche Akten einsehen zu können. Und so wurden wir dann von Frau Boncal wie vereinbart empfangen und sie gab uns 9 BĂŒcher heraus, die noch in Mehlsack verblieben sind. Sie sagte, der Rest sei entweder im Krieg verbrannt worden oder befindet sich auch zum Teil in einer zentralen Aktensammlung. Wir bekamen zuerst das Buch der GeburteneintrĂ€ge von 1920. Das Alter war diesem StĂŒck gut anzusehen, aber die Schrift war meist sehr gut erhalten, wenn auch sauschwer zu entziffern. Diese Schriftart ist uns leider nicht allzu gelĂ€ufig und so hatten wir gut zu kĂ€mpfen, die Namen, Berufe und Daten ausfindig zu machen. Wir mussten aber garnicht lange suchen da kam schon der erste Wichert.

Und zwar war wohl zu dieser Zeit ein Wichert im Rathaus tĂ€tig, der öfter die EintrĂ€ge ĂŒbernahm, aber stĂ€ndig unterzeichnete mit: ‚In Vertretung: Wichert‘. Die Schrift war Ă€hnlich wie bei mir sehr lausig, aber sonstige genetischen Übereinstimmungen ließen sich hier nicht weiter ausfindig machen. Es dauerte ebenfalls nicht lange, da kamen auch die ersten Wicherts und Reiß‘ auf die Welt. Da es sich um das Jahr 1920 handelte, konnte maximal Hedwig infrage kommen, jedoch war sie wie bereits erwĂ€hnt im Kreis Peterswalde auf die Welt gekommen. Sie hatte jedoch viele Geschwister. Aufmerksam wurde ich dann bei folgender Familie. Paul Reiß und Rosa Reiß hatten in den Jahren 1922, 1924, 1926 die Kinder Elfriede, Maria und Erna auf die Welt gebracht. Ob sie verwandt mit Hedwig sind, konnte ich leider bisher nicht klĂ€ren.

Der Hunger bestellt mit

Ein weiterer trauriger Aspekt der Akten waren auch die hĂ€ufig vermerkten Todesdaten der gefallen Soldaten, die in die Geburtsurkunde mit einem Hakenkreuzstempel versehen eingetragen waren. Dies war vor allem im Buch von 1920 und 1922 zu sehen, diese Mönner wurden also meist nicht Ă€lter als 22; eine schlimme Vorstellung. Nachdem wir die Öffnungszeit maximal ausgereizt haben und alle BĂŒcher durchgeschaut hatten verabschiedeten wir uns wieder von Frau Boncal und gingen auf Empfehlung in eine nahegelegene Pizzeria, wo wir mit zu viel Hunger im Bauch uns zu 2 ĂŒbergroßen Pizzen (50cm) und einer normalen Pizza (30cm) hinreißen ließen. Die Bedienung nahm die Bestellung zwar mit staunenden Augen entgegen, jedoch blieb tatsĂ€chlich von den Pizzen nichts ĂŒbrig. Wir waren dennoch maßlos ĂŒberfressen. Wir quĂ€lten uns dann noch einige Kilometer weiter Richtung Lidzbark Warminski (ehemals Heilsberg), wo wir weitere Spuren suchen wollen
 und zwar von Moritz (eigentlich Franz) Spannenkrebs.

von Moritz Spannenkrebs
am 20.07.2021
Start
Tujsk
đŸ‡”đŸ‡± Polen
Ziel
Dabrowa
đŸ‡”đŸ‡± Polen
Strecke
97,1
km

Mit leicht verdaulichen Nudeln und schwer verdaulicher Geschichte im Bauch verließen wir Danzig (bzw. GdaƄsk) wieder. Der nĂ€chste Fixpunkt auf unserer Tour sollte Pieniezno (ehemals Mehlsack) sein, wo Jared und ich Hinweise auf unsere Vorfahren suchen wollten. Bis dahin waren es ca 150 Kilometer, und wir wollten dementsprechend bis zum Abend des nĂ€chsten Tages ca 140 Kilometer zurĂŒcklegen, um dann vor Pieniezno zu ĂŒbernachten. Da es bereits spĂ€ter Nachmittag war, machten wir keine lĂ€ngere Pause mehr und versuchten so möglichst viele Kilometer hinter uns zu bringen.

Vincent schien sich dabei ungewohnt schwer zu tun - vermutlich hatte ihm die durchgelegene Hostel-Matratze nicht bekommen!? Die Straße fĂŒhrte uns entlang des Flusses Martwa Wisla, an dessen Ende wir die Weichsel per FĂ€hre ĂŒberquerten.

Auf der anderen Seite bot sich uns ein spannendes Naturschauspiel. Wir konnten beobachten, wie sich in den einige Kilometer entfernten Gewitterwolken zwei Wirbel bildeten und langsam aber sicher Richtung Boden wuchsen. Die Wirbel wurden so zu ausgewachsenen Wasserhosen, die ein paar Minuten umeinander tĂ€nzelten, bevor sich beide langsam auflösten. Leider waren wir zu fasziniert, um rechtzeitig die Kamera zu zĂŒcken und konnten die Tornados nicht in voller Pracht aufnehmen.

Nach etwa 40 gefahrenen Kilometern - Vincent hing nur noch angestrengt im Windschatten - erspĂ€hte Jared einen möglichen Schlafplatz. Am Rande eines kleinen Flusses, von GebĂŒsch wenigstens halbwegs bedeckt, war ein etwa zehn Meter langer und drei Meter breiter, schwimmender Steg. Unsere Schnellprognose stimmte uns optimistisch, hier unser Zelt irgendwie drauf zu bekommen. Unter normalen UmstĂ€nden hĂ€tte ich dafĂŒr plĂ€diert weiterzufahren. Zeitgleich untersuchte allerdings Vincent sein Hinterrad, um festzustellen, ob sich wieder Speichen gelöst hatten. TatsĂ€chlich wackelten einige Speichen nur noch lose herum. Allerdings nicht weil sie sich aus der Felge gelöst hatten, sondern weil sich die Felge AUFgelöst hatte. Bei acht Speichen hatte sich das Gewinde mitsamt einem StĂŒck Felge herausgerissen. Dementsprechend hatte sich das Rad in ein ungefĂ€hr rundes Vieleck verwandelt. Eine Weiterfahrt war also erstmal ausgeschlossen und so arrangierten wir uns mit dem Steg. Immerhin war wohl mit Vincents Fitness noch alles in Ordnung... Nachdem wir gekocht hatten, wurde das Zelt auf dem Steg aufgebaut. Mit guten zehn Zentimetern Platz zwischen Zeltwand und Wasser auf beiden Seiten war das ganze kein Problem! Zumindest fĂŒr mich, da ich ja in der Mitte schlafe.

Am nĂ€chsten Morgen hatte ich gerade FrĂŒhstĂŒck und Kaffee gekocht - Jared hatte sich schon zu mir gesellt, wĂ€hrend Vincent noch von einer neuen Felge trĂ€umte - da kam eine Gruppe von drei MĂ€nnern auf unseren Steg. Sie witzelten untereinander und hatten insgesamt eine geschĂ€ftige aber hervorragende Stimmung an den Tag gelegt. Bewaffnet mit Motorsensen und LaubgeblĂ€sen begannen sie sofort wild auf uns einzureden. Zwar war der Tonfall entspannt und fröhlich, aber wir begannen trotzdem etwas hektisch unser Zeug aus dem Weg zu rĂ€umen. Auch Vincent war plötzlich in der Vertikalen und verstaute bereits die SchlafsĂ€cke. Die MĂ€nner winkten nur ab, bedeuteten uns sitzen zu bleiben und (so die Vermutung) wĂŒnschten uns einen guten Appetit.

Nachdem wir schließlich zusammengepackt hatten, machten wir uns auf den Weg. NatĂŒrlich musste Vincents Hintervieleck möglichst entlastet werden und so ĂŒbernahm Jared die großen PacksĂ€cke und den Wasserbeutel und ich Vincents beide Hintertaschen und die Gitarre.

Dank Entlastung rollte alles einigermaßen und wir erreichten recht schnell das etwa 30 km entfernte Elblag. Dort suchten wir einige Zeit nach dem angestrebten Fahrradladen. Da sich die Suche durch ein spannendes Backstein-Industriegebiet zog, wo es so ziemlich jedes Handwerk zu finden gab, hatten wir aber auch daran unsere Freude. Als wir die Radwerkstatt schließlich fanden, waren wir direkt guter Dinge. An der Wand hingen einige dutzend LaufrĂ€der und so fand sich auch schnell ein passendes fĂŒr Vincents Drahtesel. Die beiden Mechaniker, beide etwa in unserem Alter, waren super hilfsbereit und kompetent. Einzig die Frau an der Kasse, möglicherweise die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin, war nicht so begeistert, wenn wir stĂ€ndig ihre Mechaniker beanspruchten.

Kurz nach uns traf eine junge deutsche Familie ein. Die Eltern waren mit ihren drei Söhnen (5, 3 und 1) einen Monat in Polen unterwegs. Dabei legte der Ă€lteste die gesamte Stecke selbst zurĂŒck, wĂ€hrend seine kleineren BrĂŒder mit Follow-Me bzw. Kindersitz vom Vater bewegt wurden. Wir waren wirklich beeindruckt wie entspannt und gelassen die BedĂŒrfnisse der drei Kinder wĂ€hrend der Fahrradreparatur bedient wurden. Ob wir wohl so entspannt wĂ€ren, die Tour mit drei kleinen Kindern durchzuziehen? Die RĂ€der der Eltern reprĂ€sentierten die CrĂšme de la CrĂšme der Fahrradschaltungen: Sie war mit einer Rohloff Nabenschaltung und er mit einer Pinion Getriebeschaltung unterwegs. Letztere ist optisch leicht mit dem Motor eines E-Bikes zu verwechseln, da sie direkt im Tretlager, also zwischen den Pedalen, angebracht ist und in Form einer kleinen Box im Rahmen steckt. Mit einem Preis von 1500 Euro allein fĂŒr die Schaltung findet man die Pinion P1.18 auch nur in High-End RĂ€dern.

Dementsprechend irritiert waren wir ĂŒber die teils fehlende Fachkenntnis der beiden, die an der einen oder anderen Stelle auffiel. WĂ€hrend Vincent sein neues Hinterrad zusammengeschraubt bekam, wollte ich noch schnell (!!) meine Kette wechseln, da die alte bereits ordentlich steif war. Aufgrund von VerstĂ€ndigungsproblemen, wurde mir erst eine komplett falsche Kette verkauft, die dementsprechend hin und her wackelte und bei jeder Pedalumdrehung durchrutschte. Etwas genervt suchte ich mir dann die Kette selbst aus und montierte sie fröhlich mit meinem Kettennieter. Guter Dinge setzte ich mich fĂŒr eine Proberunde auf den Sattel und RATSCH rutschte auch die neue Kette durch. Bereits etwas verzweifelt versicherte ich mich dreifach, ob es sich diesmal auch wirklich um die richtige Kette handelte. Der nĂ€chste Anhaltspunkt war die Kettenspannung, also wurden nochmal ein paar Kettenglieder entfernt, um die Feder des Kettenspanners stĂ€rker unter Zug zu setzen. Auch das brachte keine wesentliche Verbesserung und somit wuchs meine Frustration weiter an. Auch die Mittagssonne, welche auf unsere Köpfe knallte trug nicht gerade zur Entspannung bei. Vincent war in der Zwischenzeit einkaufen gegangen und er und Jared hatten bereits gegessen. Unsere Radlerkollegen hatten alle Reparaturen erledigt und die drei Jungs wurden lĂ€ngst ungeduldig. Nachdem die Ölschicht auf meinen HĂ€nden vom vielen rumwerkeln deckend war, beschloss ich doch noch einmal einen der beiden Mechaniker um Rat zu fragen. Der identifizierte das Problem schnell: einige Kettenglieder der neuen Kette waren steif. Leider stellte sich die Behebung des Problems als deutlich komplizierter heraus als die Diagnose. Gemeinsam werkelten er und ich eine weitere halbe Stunde und drei Kettenschlösser lang an der Kette herum. Die junge Familie war mittlerweile weitergezogen und Jared und Vincent hatten Reparaturzeug fĂŒr die Solarplatte in einem nahegelegenen Baumarkt besorgt. Nach locker zwei Stunden lief die Kette wieder flĂŒssig und mein Rad rollte wie neu. Vielleicht war es mit meiner eigenen Fachkenntnis auch nicht so weit her, wie ich mir eingebildet hatte...

WĂ€hrend unserer ReparaturgesprĂ€che empfahlen uns die beiden jungen Eltern den „Green Velo“, welcher ziemlich genau zu unserer Streckenplanung passte und außerdem eine tolle Infrastruktur mit sich bringe.

Gesagt, getan! Wir folgten den netten Schildern mit bunten Kettengliedern in Richtung Pieniezno. TatsĂ€chlich waren etwa alle 15 Kilometer klasse RastplĂ€tze mit BĂ€nken und Tischen unter schönen HolzdĂ€chern gemeinsam mit MĂŒlleimern und jeweils einer Toilette vorhanden. Die Ausschilderung war auch sehr gut und der Weg so gewĂ€hlt, dass von Autos befahrene Straßen möglichst gemieden wurden. FĂŒr eine Familie war das perfekt, aber fĂŒr uns waren StreckenfĂŒhrung und Belag an diesem Tag zu langsam, da wir bis Abend nahe an Pieniezno sein wollten.

Dementsprechend fuhren wir viel auf der Landstraße und schafften trotz langer Wartungspause gute 90 Kilometer. FĂŒr die nĂ€chsten Tage nahmen wir uns vor, dem ausgeschilderten Weg mehr zu folgen. Nach unserem Abendessen an einer Bushaltestelle, rollten wir an einen See, wo wir einen minimalistischen, sehr natĂŒrlichen Campingplatz fanden. Beim Betreten desselben kam uns direkt ein großer, bulliger Hund entgegen, der wild bellte und die ZĂ€hne fletschte. GlĂŒcklicherweise kam uns schnell sein Herrchen, der Platzwart, zur Hilfe und rettete uns aus der Situation. FĂŒr die Nacht mit dem Zelt verlangte er einen lĂ€cherlich geringen Betrag und erklĂ€rte uns sogar noch, welches Holz wir fĂŒr ein Lagerfeuer nutzen konnten. Wir ließen den Abend also mit Schwimmen und Gitarre spielen am Lagerfeuer ausklingen und gingen anschließend vom GlĂŒck beseelt ins Zelt.