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von Vincent Kliem
am 25.06.2021
Start
Rohrbach-Berg
­č玭čç╣ ├ľsterreich
Ziel
─îesky Krumlov
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Strecke
51,62
km

Nach der erholsamen Nacht im Haus ging es heute steil rauf in den B├Âhmischen Wald. Vor dem knackigsten Teil des Anstiegs deckten wir uns noch mit Nudeln und Traubenzucker ein. Mit unserer ÔÇ×M├ÂrderanstiegÔÇť-Playlist versuchten wir noch alle halbwegs verf├╝gbaren Kraftreserven zu mobilisieren. Die letzten 300 H├Âhenmeter waren unglaublich steil. Auf knapp 900m ├╝ber NN konnten wir die ├ľsterreichisch-Tschechische Grenze ├╝berqueren. Wir fanden ein verlassenes vermutlich ehemaliges Grenzhaus, das wir erst einmal erkundeten.

Wenige Kilometer hinter der Grenze kamen wir an den Moldaustausee in einer wundersch├Ânen Landschaft. Moritz nutzte die Zeit, in der wir auf die F├Ąhre warteten, um sich mit ein paar Ringelnattern anzufreunden.

F├╝r die n├Ąchsten Tage steht jetzt bis Prag der Moldauradweg auf dem Programm. Das erste sehr schl├Ąngelige St├╝ck der Moldau k├╝rzten wir heute aber auf der Hauptstra├če ab und kamen nach Krumau. In einem Wald am Stadtrand fanden wir eine sch├Âne Lichtung, auf der wir unser Nachtlager aufschlugen.

Eine Mitteilung am Rande

Unsere Katha hat geheiratet!!!

Auf diesem Weg noch einmal ganz liebe Gr├╝├če! Wir haben uns auch schon in Schale geworfen!

von Moritz Spannenkrebs
am 24.06.2021
Start
Engelhartszell
­č玭čç╣ ├ľsterreich
Ziel
Rohrbach-Berg
­č玭čç╣ ├ľsterreich
Strecke
46,43
km

Um Jared und Vincent mal wieder ein wenig Pause zu g├Ânnen (seit Rom waren sie jeden Tag auf dem Rad) mieteten wir uns f├╝r drei N├Ąchte bei den Hubers in Engelhartszell ein. Hier hatten wir ordentliche Betten, flie├čendes Wasser und, nicht ganz unwichtig, Schutz vor dem Wetter. Am ersten Abend nutzten wir die Zeit und die kleine K├╝che auch f├╝r eines unsere Lieblingsgerichte auf der Tour:

Rezept des Tages: Pilzrisotto

Zutaten:

  • Pilze (z.B. Champions - in Italien gibt es oft auch sehr leckere Pilzmischungen)
  • Wein
  • Parmesan
  • Risottoreis/Graupen (f├╝r hungrige Radler auch mal 150g pro Person)
  • Pinienkerne (f├╝r den schmalen Geldbeutel auch gerne mal Sonnenblumenkerne)
  • Lauch
  • Gem├╝sebr├╝he, Knoblauch

Knoblauch und Lauch in ordentlich Oliven├Âl and├╝nsten und nach kurzer Zeit Reis hinzugeben. Eventuell ├ľl nachgie├čen. Mit Wein abl├Âschen, bis alles ganz bedeckt ist und dann nach und nach Gem├╝sebr├╝he dazugeben.

In einer zweiten Pfanne nacheinander Pilze und Pinienkerne anbraten. Kurz bevor der Reis fertig ist, Pilze und Kerne dazugeben und mit Parmesan und Pfeffer abschmecken.

Guten Appetit!


W├Ąhrend Jared sich vor allem ausruhte und Vincent das zweihundert Meter entfernte Freibad nutzte, machte ich einen Tagesausflug nach Passau zum Werkzeugkauf. Zwei Tage zuvor war mir aufgefallen, dass ich im Falle eines Plattens am Hinterrad ├╝berhaupt keine M├Âglichkeit h├Ątte dieses auszubauen... Ups!

Mit Werkzeug und neuer Kraft ging es am n├Ąchsten Tag einige Kilometer weiter die Donau entlang, bevor wir uns von ihr und ihrem angenehmen H├Âhenprofil verabschieden mussten. Zum Abschied zeigte sie sich noch einmal von ihrer besten Seite als wir die Schl├Âgener Schlinge bewundern durften.

Um Jared noch ein wenig zu schonen ├╝bernahm ich seine hinteren Taschen und hatte deshalb beim folgenden Aufstieg erstmals ordentlich zu k├Ąmpfen.

Die Strecke an sich war daf├╝r umso sch├Âner und die ansprechende Landschaft wurde durch wohlklingende Ortschaftsnamen wie ÔÇ×H├╝hnergeschreiÔÇť passend erg├Ąnzt.

Als wir unser Tagesziel Rohrbach erreichten, war das Heraufziehen eines ausgewachsenen Gewitters bereits absehbar. Am Rande der Ortschaft bekamen wir die Erlaubnis einer Anwohnerin, auf ihrem Grundst├╝ck zu zelten. W├Ąhrend wir noch die Isomatten aufpusteten kam deren Nachbarin Simone auf uns zu und sprach uns auf das Gewitter an. Sie schien sich ernste Sorgen ├╝ber unser Fortleben zu machen und startete eine kurze Krisenbesprechung mit ihrer Familie dar├╝ber wie uns wohl zu helfen sei. Ihr Onkel, Franz H├Âtzendorfer, f├╝hrte uns kurz entschlossen zu seinem Bauernhaus, wo wir einen gro├čen Raum mit angrenzender Dusche und Toilette beziehen durften.

Frisch geduscht und in mehr oder weniger gesellschaftstauglicher Kleidung folgten wir dann der Einladung von Simone und ihrem Freund Lucas bei ihnen im Haus noch den einen oder anderen Schlummertrunk zu nehmen. So verbrachten wir den Abend mit den beiden und Simones Mutter am Tisch und lie├čen uns ein Glas Birnenmost nach dem anderen einschenken, w├Ąhrend die Hagelk├Ârner ans Fenster prasselten. Sp├Ątestens als wir noch das lokale Bier testen sollten spielten auch die anf├Ąnglichen Verst├Ąndnisschwierigkeiten mit dem M├╝hlviertler Dialekt keine Rolle mehr.

Vom Birnenmost und Schl├Ąger Bier ins Koma versetzt schliefen wir recht lange, wor├╝ber sich unser Gastgeber sehr am├╝sierte. W├Ąhrend wir noch ein gemeinsames Foto machten, kl├Ąrte er uns ├╝ber seine Position als Vizeb├╝rgermeister von Rohrbach auf. Wir seien also offiziell jederzeit herzlich willkommen im Dorf.

Dank der medialen Reichweite, die dieses Amt wohl mit sich bringt wurden wir auf dem Dorfplatz prompt erkannt: ÔÇ×Seid ihr nicht die, die bei unserem Vizeb├╝rgermeister ├╝bernachtet haben und nach Moskau radeln wollen?ÔÇť

Anscheinend waren die Verst├Ąndnisschwierigkeiten doch gr├Â├čer als gedacht...

Start
Neuburg am Inn
­čçę­čç¬ Deutschland
Ziel
Engelhartszell
­č玭čç╣ ├ľsterreich
Strecke
46,4
km

Am Morgen freuten wir uns besonders dar├╝ber, dass unsere Ferienwohnung von der Familie des lokalen Edekas gef├╝hrt wurde, der auch direkt gegen├╝ber lag. Ein Edeka mit Ferienwohnung, wo gibtÔÇśs denn sowas?

Einen weiteren Endorphinschub erhielt Jared, als wir an der Kasse die Alnaturariegel fanden. Wir langten nat├╝rlich kr├Ąftig zu!

Wir rollten in Richtung Passau los, doch Jared merkte schnell, dass eine l├Ąngere Etappe auch heute nicht m├Âglich ist. Daher entschlossen wir uns, eine Ferienwohnung f├╝r zwei N├Ąchte zu buchen, um uns allen etwas Erholung zu g├Ânnen. Erstaunt stellten Jared und ich fest, dass wir nun seit dem Besichtigungstag in Rom jeden Tag durchgefahren sind.

Wir fanden eine kleine Ferienwohnung in Engelhartszell an der Donau bei Familie Huber.

Bevor wir uns auf den Weg dorthin machten, nutzten wir die Vorz├╝ge einer Stadt wie Passau um einige Erledigungen zu machen. Wir lie├čen uns PCR- und schnell-testen, besorgten neue Kartuschen f├╝r unsere Kocher, Ersatzteile f├╝r die Fahrr├Ąder und suchten vergeblich nach einer neuen Frisbee.

Besonders beeindruckte uns der Zusammenfluss von Donau und Inn mit ihren unterschiedlichen Farben und Temperaturen. Der gelernte Kreisliga-Abr├ĄumerJared gr├Ątschte beim Versuch die Temperatur zu erf├╝hlen mal eben ÔÇ×ohne R├╝cksicht auf VerlusteÔÇť mit den Stollen voraus in die Donau rein, was ihn dazu zwang den restlichen Tag in Flip-Flops zu fahren.

Zusammenfluss von Inn und Donau

Wir rollten entlang der Donau in Richtung ├ľsterreich. Bei einer kleinen Badepause trafen wir unseren

MVP des Tages: unbekannt

Bei der Badestelle trafen wir einen freundlichen Mann, der sich gerade selbst zu einer kleinen Radtour aufmachen wollte. Wir kamen etwas ins Plaudern und erz├Ąhlten von unserer Route. Nachdem wir uns eigentlich schon verabschiedet hatten, kam er noch einmal mit einigen Scheinen bewaffnet auf uns zu und dr├╝ckte uns mal eben 100ÔéČ (50ÔéČ f├╝r die Spendenprojekte- 50ÔéČ f├╝r uns) in die Hand. Nachdem wir perplex mehrfach nachfragten, freuten wir uns nat├╝rlich riesig ├╝ber diese Spende.

Nachdem wir unsere voll beladenen R├Ąder ├╝ber ein Wehr mit 90 Stufen geschleppt hatten, waren wir wieder zur├╝ck in ├ľsterreich und direkt an unserer kleinen Ferienwohnung bei der netten Familie Huber. Wir lie├čen den Abend mit Skat und EM ausklingen und freuten uns schon auf den morgigen freien Tag.

von Vincent Kliem
am 20.06.2021
Start
Bad F├╝ssing
­čçę­čç¬ Deutschland
Ziel
Neuburg am Inn
­čçę­čç¬ Deutschland
Strecke
24,67
km

Leider hatte sich Jareds internes Import-Export-Problem auch heute noch nicht gel├Âst. Deshalb beschlossen wir, es etwas langsamer angehen zu lassen. Nach einigen Kilometern fanden wir einen kleinen Badesee, den wir nutzten, um uns und unsere R├Ąder wieder auf Vordermann zu bringen. Unsere R├Ąder sind in den letzten Tagen, aufgrund der Anhaltenden Trockenheit und der vielen Schotterwege entlang des Inn ordentlich verstaubt. Mit der richtigen Technik aber kein Problem:

Im flachen Wasser des Sees spielten wir eine Runde Frisbee. Seit ├╝ber 2500 km schleppen wir dieses wundersch├Âne orangene St├╝ck Plastik mit uns rum. Es ist das einzige Gesp├Ąckst├╝ck, das unsere vek├╝mmerten inzwischen streichholzf├Ârmigen Arme noch ab und zu fordert. Besonders gerne spielen wir in flachem Gew├Ąsser - das wurde uns nun zum Verh├Ąngnis.

Kurzbeschreibung des Vorfalls:

Jared (Linksh├Ąnder) wirft einen wohltemperierten R├╝ckhand-Hyzer in Richtung des in etwa 30m entfernt postierten F├Ąngers Vincent. Letzterer versch├Ątzt sich vollkommen, macht einen Schritt in die falsche Richtung, bemerkt seinen Fehler und versucht mit einem heroischen Hechtsprung elegant die Frisbee aus der Luft zu fischen, wobei er auf ganzer Linie versagt. Die Frisbee segelt gem├Ąchlich direkt in den am dichtesten bewachsenen und tr├╝bsten Teil des Sees.

Details k├Ânnen den Bildern (aufgenommen von Moritz - in chronologischer Abfolge) entnommen werden:

Die verzweifelte Suche

Auch der sofort ausger├╝ckte Suchtrupp konnte leider keine Spur mehr aufnehmen, trotz digitaler Unterst├╝tzung durch Unterwasseraufnahmen der GoPro. (Lessons learned: WLAN funktioniert nicht unter Wasser!)

Nach langer vergeblicher Suche, kehrten wir ern├╝chtert ans Ufer zur├╝ck.

Bye, bye Gep├Ąckst├╝ck des Tages: Frisbee! Du hast uns viele sch├Âne Stunden beschert!

F├╝r die Kenner des Discgolf Sports daher noch eine kurze Beschreibung dieser Frisbee. Insgesamt sind die Discgolf Frisbees kleiner als gew├Âhnliche Freizeit-Discs und daher ideal f├╝r uns zum mitnehmen. Die Flugbahn und auch wie man sie wirft unterscheidet sich jedoch deutlich. Es gibt sogenannte Driver-Discs, die wir mit unserer Technik etwa knapp ├╝ber 100m geworfen bekommen und die sich aufgrund der teils scharfen Kanten und hohen Geschwindigkeiten kaum zum Freizeitspielen eignet. Zum anderen gibt es dann Putter Discs. Diese sind zum versenken aus kurzer Entfernung in den Korb gedacht und daher auch f├╝r langsame Geschwindigkeiten ausgelegt. Ideal also auch zum Freizeitzocken. Unsere Disc war ein Putter von Discmania, die wir beim Opening Event des Discgolfkurs im Dietenbachpark Freiburg gewonnen hatten. Parameter der Discs waren hierbei

Speed: 2

Glide: 3

Turn: 0

Fade: 0

Hoffentlich finden wir bald Ersatz, schlie├člich erwarten uns noch einige Discgolfkurse in Tschechien.

Leider ging es auch nach der l├Ąngeren (wenn auch strapazi├Âsen) Pause nicht wirklich weiter und wir fanden eine sch├Âne kleine Ferienwohnung in Neuburg am Inn. Inzwischen sind unsere prim├Ąren Bed├╝rfnisse relativ profan, wenn es um feste Unterk├╝nfte geht. Die oberste Priorit├Ąt hat eindeutig die Waschmaschine: Ich dachte nie, dass der Anblick einer solchen mich mal so gl├╝cklich machen w├╝rde. Auch weit oben auf der Priorit├Ątenliste stehen Steckdosen. Inzwischen haben wir ein ausgekl├╝geltes System entwickelt, wie wir unsere Ger├Ąte (Powerbank 1, Powerbank 2, Drohne, iPad, HandysÔÇŽ) mit einer begrenzten Anzahl an Kabeln in k├╝rzester Zeit laden. Anf├Ąngerfehler, wie ein iPad bei 17% nach einer Nacht im Hotel, passieren uns dadurch gl├╝cklicherweise nicht mehr.

Wir verbrachten den Nachmittag mit W├Ąschewaschen, Entspannen, Skatspielen und vor allem mit dem Schauen der EM-Spiele.

von Jared Fai├čt
am 18.06.2021
Start
M├╝hldorf
­čçę­čç¬ Deutschland
Ziel
Kirchdorf am Inn
­čçę­čç¬ Deutschland
Strecke
50,77
km

Aufgeweckt von der bayerischen Sonne, die auch fr├╝h morgens schon beeindruckende (oder be├Ąngstigende?) Kraft hatte, startete mein erster Fahrrad-Tag. Als Neueinsteiger war mir die schwere Wahl eines passenden Schlafplatzes dankenswerterweise abgenommen worden - nat├╝rlich in der kuscheligen Mitte! W├Ąhrend wir uns noch in unseren Schlafs├Ącken hin und her drehten richtete Luca, der sich wohl seinen Titel als ÔÇ×Mitarbeiter des MonatsÔÇť endg├╝ltig sichern wollte, bereits ein k├Âstliches Fr├╝hst├╝ck mit frischem Kaffee her.

Beim Zusammenpacken wurde mir klar, dass Jared und Vincent bereits ein paar Tage unterwegs waren. Routiniert und in professionelles Schweigen geh├╝llt, wurde f├╝r jedes Teil eine passende Tasche gefunden und somit das totale Chaos in einen transportablen Zustand gebracht.

Nach der Verabschiedung von Luca und seiner noch nicht ganz ausgewachsenen Kamera machten wir uns daran, den Inn entlang zu rollen. Dank Fahrtwind war es trotz bereits fast 30 Grad recht angenehm und die dicke Schicht Sonnencreme (Lichtschutzfaktor 50 nat├╝rlich) sollte uns auch vor der kurzwelligeren Strahlung gut sch├╝tzen.

Da Jareds inneres Kraftwerk Probleme mit der Logistik hatte, kamen wir an diesem Tag nicht besonders weit voran und verbrachten recht viel Zeit an einem sch├Ânen Badesee.

Ein paar Kilometer und einen Badesee weiter trafen wir auf einen (nach eigenen Angaben) ehemaligen Spieler der dritten Mannschaft des SC Freiburg, der die eine oder andere Story ├╝ber seine Vergangenheit mit Jogi L├Âw zum Besten gab.

Am Abend, bereits auf der Suche nach einem Spot f├╝r unser Zelt, hatten wir noch das Gl├╝ck, eine sympathische Biberfamilie kennen zu d├╝rfen.

Da mein Vater im Naturschutz arbeitet und dabei speziell im Bibermanagement t├Ątig ist, haben wir ihn um einen kleinen Gastbeitrag gebeten:

Gastbeitrag: Biber

Der Sommer ist f├╝r die Biberfamilie eine Zeit gro├čer Aktivit├Ąt. Nachdem die Familie den Winter gemeinsam im Bau verbracht hat, sind jetzt die Elterntiere und die Einj├Ąhrigen reichlich mit Fressen, Dammbau, Reparaturarbeiten and der Burg und mit ihrem Familienleben besch├Ąftigt. Wo sie ungest├Ârt sind, sind sie auch gerne am Tag zugange. Die Zweij├Ąhrigen Tiere haben im Fr├╝hjahr die Familie verlassen um eine eigene Familie zu begr├╝nden. Sie machen dem Bibernachwuchs Platz, der etwa im April voll behaart und sehend das Licht der Welt erblickt. Nachdem die Jungbiber etwa drei Monate gestillt wurden, begleiten sie im Sommer ihre Eltern und Geschwister das erste mal in die Welt au├čerhalb des Baus. Hier gibts es viel f├╝r sie zu lernen und zu entdecken.

Um den Tieren ihre Ruhe zu lassen, haben wir unser Lager dann doch einige hundert Meter weiter an einem kleinen See aufgeschlagen.

Am n├Ąchsten Morgen war Jareds Import-Export-Problem leider noch nicht gel├Âst, weshalb wir weiter in gem├Ąchlichem Tempo und mit einigen Unterbrechungen am Inn entlang rollten.

Nach einem kurzen Abstecher nach ├ľsterreich machten wir uns auf der deutschen Seite recht fr├╝h auf die Suche nach einem ├ťbernachtungsplatz. Wir mussten lernen, dass Seen und Wiesen zwar nah und doch sehr fern sein k├Ânnen. Auf die Frage, wo ein Pl├Ątzchen zum Zelten zu finden sei, wusste ein ├Ąlterer Bayer inmitten eines (bzw. seines) Sees (umringt von einer mehrere Hektar gro├čen Wiese) leider nur zu sagen: ÔÇ×Dos hier isch privot!ÔÇť.

Ein paar Kilometer sp├Ąter wurden wir mit einem wundersch├Ânen Spot direkt am Inn entsch├Ądigt. Dort konnten wir uns im erfrischend kalten Wasser abk├╝hlen. Dank der hervorragenden ├Âsterreichischen LTE Netze g├Ânnten wir uns am Abend noch das deutsche EM-Spiel und freuten uns nicht nur ├╝ber den Sieg, sondern auch ├╝ber Vincents gutes H├Ąndchen bei unserem Wettspiel.*

Jared hatte nach wie vor Probleme mit dem Rohstoffmanagement und dementsprechend gingen wir mit gemischten Gef├╝hlen ins Zelt.

*Gl├╝cksspiel kann s├╝chtig machen.

von Jared Fai├čt
am 16.06.2021
Start
Wattens
­č玭čç╣ ├ľsterreich
Ziel
Kiefersfelden
­čçę­čç¬ Deutschland
Strecke
72,73
km

Heute ging es mal ohne H├Âhenmeter an der Inn entlang Richtung Deutschland. Dennoch f├╝hlte es sich nicht nach einer entspannten Etappe an, denn der Wind fing ab mittags an kr├Ąftig uns entgegenzuwehen und so hatten wir doch ganz sch├Ân zu knabbern bis wir schlie├člich die deutsche Grenze erreicht haben. Dort hatten wir einen kleinen Badesee ausfindig gemacht, den wir auf ├╝bernachtungstauglichkeit pr├╝fen wollten. Dort angekommen fanden wir diesen malerischen See mit kristallklarem Wasser.

Nach ein wenig Abk├╝hlungsaktivit├Ąt kam Vincent schlie├člich mit der Idee zur├╝ck, auf dieser Insel aus Kanister mitten im See zu schlafen. Generell wollten wir mal unsere Rackpacks auf ihre Schwimmtauglichkeit pr├╝fen und so wurde aus der Schnapsidee langsam ein Plan. Auf festem Boden st├Ąrkten wir uns zuerst noch mit Pasta a la Norma und zur gleichen Zeit kam Andi mit einem seltsamen Gef├Ąhrt vorbei. Es sieht aus wie ein normales kleine Surfbrett, hat jedoch eine lange vertikale Stange am Heck mit einem fl├╝gelartigen Gebilde. Das ganze nennt sich wohl Fliteboard, bzw. Foil Surfing (ich blicke noch nicht ganz durch) und das ganze gibt es wohl entweder mit Antrieb, womit man dann entspannt ├╝bers Wasser cruisen kann oder eben ohne Antrieb (wie hier). Um trotzdem vorw├Ąrts zu kommen muss man so eine Art Pump-Bewegung mit dem ganzen K├Ârper vollf├╝hren. Wie das in etwa aussehen sollte sei hier mal verlinkt:

Ich fragte Andi, ob ich das auch mal ausprobieren darf. Er kam immerhin schon so auf 8-10 Pumps und konnte dabei schon fast wieder zur Insel zur├╝ck surfen. So schwer konnte das doch nicht sein. Andi winkte mich auf die Insel und ich versuchte mein Gl├╝ck. Wie das dann bei mir aussah sieht man hier :-D

Ich bin also noch weit weg davon, diese Sportart zu meistern, aber Spa├č macht es auf alle F├Ąlle und gerade so ein Board kombiniert mit Windsurfen oder Kitesurfen stelle ich mir recht cool vor.

Als die Luft schlie├člich rein war und alle Seebesucher die Heimreise antraten machten wir uns auf den Weg zur Insel. Zu unserem Gl├╝ck schwamm noch ein herrenloses Surfbrett herum, das wir zur Schlafsachengep├Ąckbef├Ârderung nutzten. An der Insel angekommen machten wir es uns bequem und merkten schnell, dass jede Bewegung ordentlich nachschaukelte. Wir schliefen dennoch schnell ein und am n├Ąchsten Morgen wurden wir dann auch fr├╝h von der Sonne geweckt.

Es folgte die streckenm├Ą├čig l├Ąngste Etappe der Tour. 107 km am Inn entlang ging es nach M├╝hldorf. Dort haben wir uns mit meinem alten Freund Luca verabredet, der schon sehr fr├╝h seine Unterst├╝tzung im Bereich Rosenheim uns angeboten hat. Zu der Zeit war er bei seinem Freund Dennis in M├╝hldorf und das passte auch f├╝r uns hervorragend. Die letzten 4 Tage in der Wildnis produzierten dann doch auch eine Menge W├Ąsche und eine Dusche ist auch immer gern gesehen. Nach einem langen, hei├čen und sehr anstrengendem Tag kamen wir schlie├člich abends an und die Wiedersehensfreude war sehr gro├č. Wir hatten uns in etwa 6 Jahre nicht mehr gesehen, damals waren wir noch als junge Gletscherpioniere am Piz Buin unterwegs :-D

Archivphoto 2014

Wir wurden essensm├Ą├čig reichlich verw├Âhnt und schlie├člich kam mit dem Zug aus seinem Heimatort bei Ulm auch Moritz zu uns! Wir sind ab jetzt also wieder zu dritt auf den R├Ądern unterwegs. An dieser Stelle nochmal herzlich willkommen!

Die Nacht verbrachten wir auf der gro├čen Dachterasse, bevor es dann am n├Ąchste Tag weitergehen wirdÔÇŽ an der Inn entlang.

von Jared Fai├čt
am 15.06.2021
Start
Franzenfeste
­čç«­čç╣ Italien
Ziel
Wattens
­č玭čç╣ ├ľsterreich
Strecke
90,3
km

Die Nacht vorm Brenner war insgesamt sehr erholsam. Ohne Wasserquelle beschlossen wir, das Fr├╝hst├╝ck und m├Âgliche Duschaktion zu verschieben und direkt loszuradeln. Und so kam es, dass wir sogar vor 8:00 Uhr unterwegs waren, Rekord! Die n├Ąchstbeste Bank wurde schlie├člich nach knappen 10 km angesteuert und wir machten uns breit. Ein Brunnen 200m weiter rundete den Spot hervorragend ab.

Traumhafter Fr├╝hst├╝cksspot

F├╝r die morgendliche Dusche verwendeten wir unser

Gep├Ąckst├╝ck des Tages: Ortlieb 10L Wassersack + Duschbrause

Eigentlich haben wir diesen Wassersack haupts├Ąchlich nur als zus├Ątzlichen Wasserspeicher gekauft. Als dann aber der zus├Ątzliche Duschbrausenaufsatz beim Check-Out im Onlinestore uns geschickt vorgeschlagen wurde konnten wir nicht widerstehen. Zum Gl├╝ck, muss man sagen, denn heute hat er uns gro├če Dienste geleistet. Zuerst wurde der Sack gef├╝llt mit etwa 5┬░ warmem Brunnenwasser aus den Bergen. W├Ąhrend wir fr├╝hst├╝ckten, lie├čen wir die Temperatur des Wassers gem├Ąchlich steigen. Nach einer Stunde Pause war das Wasser schlie├člich auf etwa 25┬░C erw├Ąrmt und die Dusche konnte beginnen, herrlich!

Nach der gen├╝sslichen Fr├╝hst├╝ckspause ging es weiter nach Sterzing. Dahinter begann dann der knackige Anstieg rauf Richtung Brenner, stets begleitet von diesem Monstrum an Konstrukt: der Brenner Autobahn! Wenn man auf dieser Autobahn f├Ąhrt, l├Ąsst sich die Landschaft wirklich sehr genie├čen, f├Ąhrt man jedoch drunter und daneben herum, wirkt dieses Gebilde fast surreal zur Landschaft. Als wir mal wieder unter eine der Br├╝cken sa├čen und pausierten recherchierten wir mal ein wenig zu diesem Brenner Projekt und staunten nicht schlecht, als wir erfuhren, dass bereits an einem Brenner Basis Tunnel f├╝r den Zugverkehr gearbeitet wird, der wohl bald l├Ąngste Eisenbahntunnel weltweit!

F├╝r eine Weile verloren wir die Autobahn auch mal aus den Augen und radelten eine alte Bahnstrecke bergauf, sehr idyllisch! Schlie├člich erreichten wir den Pass auf knapp 1400m H├Âhe, der wohl auch h├Âchste Punkt unserer Reise. Etwas verunsichernd l├Ąchelnd zwecks Corona Einreiseregeln passierten wir den besetzten Grenzposten und wurden ohne Kontrolle durchgelassen. Damit endet auch ein echt krasses Kapitel dieser Reise: Die Italiendurchquerung ist damit beendet.

Abschlie├čend und als Nachtrag daher nochmal ein Video der Amalfik├╝ste, die definitiv ein landschaftliches Highlight Italiens war.

Auch auf pers├Ânlicher Ebene sind wir all den netten Menschen, denen wir begegnen durften sehr dankbar. So oft wurde uns bei der Schlafplatzsuche geholfen, wir wurden mit Lebensmittel beschenkt und auch die vielen jubelnden Rennradfahrer ersetzten energiem├Ą├čig mindestens einen Riegel am Tag. Wehm├╝tig, aber in diesem Moment erleichtert, dass der Brennerpass geschafft war, rollten wir nun hinunter Richtung Innsbruck. Einzig der Gegenwind tr├╝bte die Freude und so mussten wir doch mehr treten als wir mental drauf eingestellt waren. Schlie├člich erreichten wir Innsbruck und beschlossen, die Stadt noch z├╝gig an der Inn entlang zu verlassen, um einen Schlafspot zu finden. Die Suche war anfangs recht schwierig, aber schlie├člich fanden wir recht zuf├Ąllig diesen im Wald versteckten Bike-Park mit Zugang zur Inn. Der Dreckh├╝gelparkour wurde dann auch direkt mal getestet mit Tourenbikes ;-)

Am Abend wurden wir zwar noch von ein paar Jugendlichen mit Fahrrad besucht, jedoch konnten wir sonst ungest├Ârt dank Aldi-Talk 10GB 24h Daten Pass das deutsche Auftaktspiel gegen Frankreich verfolgen. Wir schliefen anschlie├čend fantastisch mit sanftem Flussgepl├Ątscher.

von Vincent Kliem
am 14.06.2021
Start
Kalterer See
­čç«­čç╣ Italien
Ziel
Franzensfeste
­čç«­čç╣ Italien
Strecke
91,51
km

Nach ausgiebigem Fr├╝hst├╝ck ging es vom Kalterer See ├╝ber einen wundersch├Ânen, aber knackigen Radweg weiter nach Bozen. Auf dem Schotterweg kassierte Jared seinen zweiten Platten, den wir in Rekordzeit (8:47,13) wechselten. Zufrieden mit unserer Boxenstop-Performance rollten wir hinunter zu Salewa.

Der/die geneigte Leser*in mag sich vielleicht noch an unser Problem mit der gebrochenen Zeltstange erinnern. Nachdem wir bisher erfolglos den Support kontaktiert als auch einen Salewastore aufgesucht hatten, war unsere letzte Hoffnung die Salewa World in Bozen.

Gep├Ąckst├╝ck des Tages: Unser Zelt

Insgesamt sind wir wirklich super zufrieden mit unserem Salewa Denali III - Zelt. Es ist schnell aufgebaut, bietet f├╝r 3 Personen, die sich gern haben, genug Platz, ist leicht und hat einen fairen Preis. (Wir zahlten etwa 170ÔéČ).

Flop

├ärgerlich ist aber, dass eine so renommierte Marke wie Salewa keine frei verf├╝gbaren Ersatzteile anbietet. Gerne h├Ątten wir einfach selbst das eine gebrochene Stangenelement gewechselt oder eines als Ersatz mitgenommen. Die Recherche und der Kontakt mit dem Support kosteten auch unn├Âtig Nerven. Leider war auch die erste Begegnung in der Salewa World nicht so vielversprechend: Die Abteilung f├╝r Reklamationen ├Âffne erst um 13:30 Uhr und eventuell k├Ânne es bis zu zwei Tage dauern. Wir lie├čen das Gest├Ąnge da und suchten uns erst einmal einen Pauseplatz an der Etsch und g├Ânnten uns Pfannkuchen.

Top

Auf einmal ging es dann doch ganz schnell. Noch vor halb 2 erhielt ich einen Anruf, dass das Gest├Ąnge bereits repariert war. Zwar kostete die Reparatur 15,50ÔéČ, wir bekamen aber auch ein Ersatzteil dazu, was sonst nicht zu bekommen ist. Wir sind zumindest wieder sehr optimistisch, dass das Zelt noch lange f├╝r sichere und trockene N├Ąchte sorgen wird.

Die erzwungene Rast in der N├Ąhe des Salewastores erregte auch viel Aufmerksamkeit beim Anblick unserer Packesel und den Versuch, Pfannkuchen zu fabrizieren. Viele Radfahrer (von E-Bike-Touren-Fahrer bis Gardasee-M├╝nchen in einem Tag Rennrad-Verr├╝ckte war alles dabei) waren neugierig, wohin unsere Reise geht. Dass wir mittlerweile Italien fast durchkreuzt haben, ist auch f├╝r uns noch nicht ganz zu fassen. Eine Schweizer Dame war wohl so angetan vom Anblick unserer Pfannkuchen, dass sie mich sogar fragte ob ich Koch sei.

Erleichtert ├╝ber das reparierte Zelt fuhren wir weiter in Richtung Brixen. Die ersten 20 Kilometer fuhr haupts├Ąchlich ich von vorne, da Jared etwas zu k├Ąmpfen hatte. Bei einer Pause lechzte Jared noch nach einer Cola und wir recherchierten, dass der n├Ąchste Supermarkt 8km entfernt ist und planten diesen anzusteuern.

Dann passierten nahezu parallel drei Dinge, die so nicht h├Ątten passieren d├╝rfen:

  1. Auf die Frage, ob ich die andere H├Ąlfte vom wertvollen Alnaturariegel haben m├Âchte, verneinte ich, so dass sich Jared den kompletten Riegel g├Ânnte
  2. Mit einer fest verbauten Tretpumpe pumpte Jared seinen morgens gewechselten Schlauch auf knackige 5 bar auf
  3. Jared steckte sich seine Kopfh├Ârer ins Ohr, suchte seinen ABBA-Mix raus und dr├╝ckte auf Play

Bei Jared brannte jede Sicherung durch. Wie ein Bekloppter jagte er mich mit 25km/h den Fluss rauf(!). Trotz Windschatten hatte ich kaum eine Chance dranzubleiben. Nach gef├╝hlt 10 Minuten erreichten wir den Supermarkt, der die inzwischen von mir(!) sehnlichst erwartete Cola liefern sollte. Jared ballerte dran vorbei. Meine verzweifelten Rufe ÔÇ×JARED, JARED, DER SUPERMARKT!ÔÇť verst├Ârten vermutlich das gesamte Tal, blieben aber vom entscheidenden Ohrenpaar ungeh├Ârt.

In Brixen angekommen hatte der Spuk endlich ein Ende. V├Âllig ausgelaugt und zitternd setzte ich mich vor den Supermarkt, bewegte mich keinen Zentimeter mehr und rief meine Mama an. Erst die Cola konnte mir wieder etwas Leben einhauchen.

Im Energiesparmodus fuhren wir noch in Richtung Brenner. In diesem absurden Tal bestehend aus alten Bauernh├Âfen, Autobahn, Stausee und Eisenbahnlinie, fanden wir schlie├člich einen etwas abgelegenen Spot am Waldran. Ich schlief sofort ein.

von Vincent Kliem
am 13.06.2021
Start
Rovereto
­čç«­čç╣ Italien
Ziel
Kalterer See
­čç«­čç╣ Italien
Strecke
78,34
km

Die Nacht verbrachten Jared und ich an einem gro├čen Rastplatz entlang des Etschradwegs. Obwohl der Spot nicht direkt vom Weg einsichtbar war, entschlossen wir uns kein Zelt aufzubauen, weil der Weg doch stark frequentiert war. Das Schlafen ohne Zelt ist rechtlich unbedenklicher als mit. Es war die erste Nacht ganz ohne Zelt. Da es die letzten Wochen sehr warm war, schliefen wir bisher meist nur wegen der M├╝cken mit Innenzelt, diese waren aber an der rasant flie├čenden Etsch kein Problem.

Nach einer fantastisch erholsamen Nacht, wurde ich von Katha und Moritz geweckt, die in der N├Ąhe in ihrem Camperkombi die Nacht verbracht hatten. Fr├╝hst├╝ck war auch schon angerichtet, was f├╝r ein Luxus! Nach dem Fr├╝hst├╝ck verabschiedeten wir uns etwas wehm├╝tig und radelten zu zweit weiter die Etsch rauf - ein sehr ungewohntes Gef├╝hl.

Nach Wochen in S├╝d- und Mittelitalien mit schlecht ausgeschilderten und maroden Radwegen (siehe hier), war der Radweg an der Etsch ein absoluter Segen. Wir konnten gut Strecke machen und entschieden uns den Kalterer See anzusteuern. Zur Mittagszeit, in der die Sonne am brachialsten vom Himmel brezelte, fanden wir eine wundersch├Âne Abk├╝hlung und Erfrischung in einem Dorfbrunnen.

Wir kamen recht fr├╝h - man merkt die fehlenden Skatpausen - an einem sch├Ânen kleinen Campingplatz direkt am See an. Wir stellten direkt unsere Fahrr├Ąder ab und gingen zum angrenzenden Badesteg. Der See war fantastisch.

Am Abend trafen wir noch Moritz aus Hamburg, der mit seinem Fahrrad Richtung S├╝den unterwegs ist und direkt neben uns sein Zelt aufschlug. Hier kann man seinen Tripp verfolgen. Wir tauschten uns ├╝ber Erfahrungen und m├Âgliche Routen aus. Moritz hat sich ein ganzes Jahr f├╝r die Tour frei genommen und hat wohl noch gr├Â├čere Pl├Ąne als wir. Wir fachsimpelten ├╝ber Kocher, Drohnen (er hat auch eine dabei) und weiteres Equipment.

Nach einer Portion vom altbew├Ąhrten ÔÇ×Nudeln mit PestoÔÇť gingen wir zu zweit(!) in unserem Zelt schlafen.

von Vincent & Jared
am 12.06.2021
Start
Torbole
­čç«­čç╣ Italien
Ziel
Rovereto
­čç«­čç╣ Italien
Strecke
23,66
km

Heute mussten wir schweren Herzens Abschied von Katha nehmen. Es haben sich aber auf der Reise statt ÔÇÜKathaÔÇś eher Namen wie Katharino (gesprochen in englisch: Cater + Rhino) und Gravel-Girl durchgesetzt. Ihr zuk├╝nftiger Ehemann Moritz kam sie sogar abholen mit dem frisch ausgebauten Ford Combi, den die beiden nach ihrer anstehenden Hochzeit f├╝r exzessive Flittermonate nutzen werden. Zu viert verbrachten wir noch einen Abend am Gardasee, sowie einen Abend an einem auserkorenen Schlafspot hinter Rovereto. Den Luxus, der uns durch die eingebaute K├╝hltruhe sowie der fetten Solarstromversorgung am Auto geboten worden ist, konnten wir anschlie├čend nur mit Neid bewundern. Bei uns hei├čt es n├Ąmlich: Wenn K├Ąse mal gekauft wird muss der auch sofort weg.

Wassertemperatur m S├╝den noch angenehm warm, im Norden nur f├╝r Profis

Als wir Katha und Moritz dann endg├╝ltig ziehen lassen mussten empfanden wir das Fahren zu zweit anfangs als total merkw├╝rdig. Die gewohnten 3-fachen Schepperger├Ąusche bei Schlagl├Âchern waren jetzt nur noch 2-fach und das Weitergeben des Schlaglochwarnsignals (kreisende Hand nach unten zeigend) als mittlerer Fahrer in der 3er Kolonne musste auch wieder austrainiert werden. Als wir schlie├člich zu zweit mal wieder in einem Caf├ę sa├čen und dieses mal kein Skat spielen konnten, zogen wir einmal Bilanz:

Erstens waren wir vielleicht sogar alle drei etwas ├╝berrascht, wie wenig soziale Reibung es in unsere Gruppe so gab. Wir kamen extrem gut f├╝r die gegebenen Verh├Ąltnisse miteinander aus und hatten unglaublich viel Spa├č und sch├Âne Momente zusammen. Auch, dass wir es geschafft haben, zu dritt in einem 2-3 Personen Zelt zu schlafen grenzt an ein Wunder. Eine Sache, die wir gerne gemacht haben, ist, Dinge abzusch├Ątzen und schauen wer am n├Ąchsten dran liegt. Sei es die H├Âhenmeter am Tag, der Einkaufspreis im Supermarkt, oder die Zeit die es braucht bis wohl so ein Riegel verdaut ist. Diesbez├╝glich wollen wir hier noch die 3 krassesten Fehleinsch├Ątzungen preisgeben:

Platz 3: Vincent

Wir waren zu dem Zeitpunkt in S├╝ditalien an der K├╝stenlinie unterwegs und erahnten am Horizont die n├Ąchste Landzunge, die sich ins Meer erstreckte. Vincent (wohl frisch gen├Ąhrt mit Power-Riegeln) gab uns zu wissen, dass wir in einer halben Stunde bereits da sein werden. Pustekuchen! 2 Stunden (reine Fahrzeit!) sp├Ąter waren wir dann ├╝berhaupt mal in der N├Ąhe davonÔÇŽ

Platz 2: Jared

Es rollte sich an jenem Tag gem├╝tlich an der Stra├če entlang und die Sonne brezelte mal ausnahmsweise nicht vom Himmel. Vielleicht lief es daher etwas zu entspannt, denn auf die Frage, wieviel Kilometer wir bis zu der ersten Pause gefahren sind, gab Jared eine 13km Sch├Ątzung ab, dabei waren es 31. Eventuell mangelt es da auch an der Sauerstoffversorgung im Hirn, wenn man jede Nacht so eine gro├če Isomatte aufblasen mussÔÇŽ

Platz 1: Katha

Als Sieger dieses Wettbewerbs geht definitiv Katha hervor, die als Einsch├Ątzung, wieviele Skatpartien wir wohl bis dato gespielt h├Ątten, eine schlappe 50 angab. Dabei waren es bereits 391 gespielte Partien. Vielleicht hat Katha da so manche ÔÇÜKontraÔÇś Abfahrten schnell unter den Teppich im Kopf gekehrtÔÇŽ

Apropos Skat!

Hier gilt es, auch noch Bilanz zu ziehen. Insgesamt waren es wohl knapp unter 500 Partien, die gespielt worden sind und es wurde an jedem Tag wieder von neuem gez├Ąhlt. Dennoch haben wir hier noch die Tageswertungen in einem All-time Score zusammen gez├Ąhlt (siehe Grafik). Das absolute Highlightspiel im Zug nach Sapri hat Katha ausgeteilt. Dabei bemerkte sie nicht, dass sie sich nur 9 Karten und dem Skat 3 Karten gegeben hatte. Trotzdem reizte sie ma├člos und bemerkte ihren Fauxpas erst als sie die drei(!) Luschen(!) im Skat aufnahm. Katha ging inklusive kontra krachend den Bach runter!

Man beachte die rasanten Abfahrten
Liebe Katha,

die letzten Wochen mit dir waren wirklich grandios. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit verflogen ist und wie viel wir trotzdem zusammen erlebt haben. Nach ein paar Tagen in Italien haben wir es kaum f├╝r m├Âglich gehalten, dass wir ├╝berhaupt bis in den Norden kommen und jetzt sind wir zusammen durch den ganzen Stiefel ged├╝st, unglaublich! Nat├╝rlich sind wir auch ein bisschen neidisch auf die schicke Karre und den stabilen Typen, mit dem du direkt ins n├Ąchste Abenteuer starten wirst (wir erwarten Fotos!).Wir m├╝ssen jetzt erst einmal zu zweit ├╝ber die Alpen kommen, dabei werden wir dich schmerzlich vermissen!

Durusch, Durusch, 1,2,3!
Jared & Vincent

Liebe*r Leser*in,
Falls Sie am 18. Juni noch nichts vorhaben: Machen Sie sich einen sch├Ânen Tag! Es passiert absolut nichts wichtiges an diesem Tag und es gibt nichts zu verpassen, oder Katha?