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Start
Potsdam
­čçę­čç¬ Deutschland
Ziel
Berlin
­čçę­čç¬ Deutschland
Strecke
33,1
km

F├╝r heute stand nur eine kurze Etappe nach Berlin an, wo wir den Nachmittag nutzen wollten um das technische Museum zu besichtigen. Zuvor quartierten wir uns bei Maura ein, die wir schon in Dresden bei ihrer Familie besucht haben und die hier in Berlin studiert.

Nach gut 30 Kilometern entlang des Mauerwegs erreichten wir die wundersch├Âne Altbauwohnung von Maura. Nach einem leckeren gemeinsamen Essen - es gab mal wieder Pasta alla Norma alla Katha - schmissen wir unsere W├Ąsche in die Waschmaschine (Juhu!) und fuhren mit der U-Bahn zum technischen Museum. Wir starteten im alten Lockschuppen und arbeiteten uns durch die Boots- und Schiffsabteilung bis zu den mehr oder weniger flugf├Ąhigen Objekten vor. Besonders unterhaltsam war eine Bildersammlung an ersten Flugzeug-Prototypen, die alle mehr oder weniger flogen.

Ein absolutes Highlight des Museums ist das Science Center Spectrum. Dies befindet sich in einem Nebengeb├Ąude und beinhaltet eine gro├če Sammlung an Experimenten zum selbst durchf├╝hren und erleben - f├╝r mich als angehender Physiklehrer nat├╝rlich eine besondere Freude. Leider waren wir so angetan, das wir das fotografieren mal vergasen - deshalb gibt es hier leider keine Bilder, aber ein Besuch vor allem auch mit Kindern jeden Alters lohnt sich auf jeden Fall.

Frisbee im G├Ârlitzer Park

Anschlie├čend spazierten wir durch Kreuzberg in Richtung G├Ârlitzer Park, wo wir mit ein paar jungen Berlinern eine Runde Frisbee spielten. Auf der Suche nach einer k├╝hlen Erfrischung fanden wir eine nette kleine Kneipe in der N├Ąhe des G├Ârlitzer Bahnhofs. Wir lie├čen den Tag mit einigen Runden Skat und Bieren ausklingen. Mit der U-Bahn ging es zur├╝ck zu Maura.

Fr├╝hst├╝ck bei Maura

Am n├Ąchsten Morgen gab es nach einem ausgiebigen Fr├╝hst├╝ck erst einmal eine ern├╝chterte Planungssitzung, denn nach einem Telefonat mit dem russischen Konsulat bewahrheiteten sich unsere Bef├╝rchtungen, dass wir nicht nach Russland einreisen k├Ânnen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das (leicht zu beantragende) Onlinevisum f├╝r die Regionen Kaliningrad und St. Petersburg ausgesetzt. Uns bliebe nur das Beantragen eines allgemeinen Touristenvisums und daf├╝r br├Ąuchten wir alle m├Âglichen Dokumente und mehr Zeit. Deshalb ├Ąndern wir jetzt unseren Plan etwas ab: Wir werden Kaliningrad auf dem Landweg s├╝dlich umfahren und unsere Reise in Tallin beenden. Wenn noch Zeit ist, wollen wir mit der F├Ąhre nach Helsinki ├╝bersetzen.

Wir verabschiedeten uns von Maura und fuhren am Reichstag und dem Holcaust-Mahnmal vorbei Richtung Nord-Osten aus der Hauptstadt raus. Uns zieht es nach ├╝ber einem Monat Festland wieder ans Meer und so werden wir die n├Ąchsten Tage auf dem Berlin-Usedom-Radweg unterwegs sein bis wir die Ostsee erreichen.

von Jared Fai├čt
am 07.07.2021
Start
Rabenstein
­čçę­čç¬ Deutschland
Ziel
Potsdam
­čçę­čç¬ Deutschland
Strecke
81,72
km

Wir erwachten am morgen inmitten des lang anhaltenden Regens, der kurz nach Mitternacht bereits einsetzte. Wir schliefen direkt hinter einem Zelt aus Baumst├Ąmmen und Plane, was auf den ersten Blick aussieht wie ein Festzelt. Tats├Ąchlich ist es aber wohl ein ├╝berkonfessionell genutzter Ort der Religion. Es waren sehr sch├Âne Holzb├Ąnke aufgestellt und an einer Seite war auch ein Tisch. Wir machten uns die trockene und ├╝berdachte St├Ątte zunutze und verfrachteten unser nasses Zelt erstmal darunter, um es trocknen zu lassen. Der Regen war nicht sehr einladend und so hatten wir es auch nicht unbedingt eilig.

Da wir im Gep├Ąck versteckt noch einen Tischtennisball hatten (mit Delle leider schon) und wie erw├Ąhnt eine Art Tisch (wenn auch rustikal) vorhanden war spielten wir mal wieder eine bei uns beliebte Tischtennisdisziplin, f├╝r die ich keinen richtigen Namen wei├č. Ich w├╝rde es nennen:

Alles taugt als Schl├Ąger!

Das Spiel funktioniert folgenderma├čen. Man braucht immer paarweise vorhandene Gegenst├Ąnde, die dann auf beiden Seiten ausgelegt werden und als Schl├Ąger verwendet werden m├╝ssen. Gestartet wird mit dem vermeintlich einfachsten Gegenstand und ein schnelles Duell bis 2 Siegpunkte wird ausgespielt. Der Gewinner darf dann zum n├Ąchsten Gegenstand ├╝bergehen. Der erste, der das Duell mit dem letzten Gegenstand gewinnt, siegt. Bei uns waren es folgende Gegenst├Ąnde in dieser Reihenfolge:

  • Schuhe
  • Flip Flops
  • Stahlpfanne und Alupfanne
  • Alu-Becher
  • Gaskartusche (extrem schwierig)
  • Frisbee
  • Plastikmesser

Wie man sieht leidet zwar die Spielqualit├Ąt deutlich, der Spa├čfaktor ist aber auf jeden Fall gegeben

Kurz vor Mittag lie├č dann der Regen nach und wir machten uns wieder mit den R├Ądern auf den Weg. Der Radweg war immernoch herrlich zu fahren. Interessant war vor allem, dass oftmals der Autoweg deutlich schlechtere Qualit├Ąt aufwies als der Radweg.. Gl├╝ck f├╝r uns!

Radwege besser als die Stra├če

Nach einer Weile lichtete sich dann der Wald und wir erreichten schlie├člich Potsdam. Dort radelten wir an beeindruckenden Schl├Âssern vorbei und rasteten in einem gro├čen Park, der gleichzeitig auch wieder einen Discgolfkurs beinhaltete. Nachdem dieser bespielt war setzten wir uns auf eine sch├Âne Bank mit Tisch und g├Ânnten uns das 2. Halbfinale der EM: England gegen D├Ąnemark. ├ärgerlicherweise schloss der Park um 11, daher verpassten wir die entscheidende Szene der Verl├Ąngerung. Dennoch waren wir (wie wahrscheinlich die meisten) traurig, dass die D├Ąnen das Finale so knapp verpasst hatten. Vincent spielte sogar mal Kurz mit dem Gedanken ob man nicht bei m├Âglichem Finaleinzug der D├Ąnen es noch rechtzeitig nach D├Ąnemark schaffen k├Ânnte zum mitfeiern... W├Ąre auf jedenfalls lustig gewesen aber mit der Niederlage war der Gedanke auch wieder verflogen. Wir radelten noch etwas aus der Stadt heraus und schliefen neben einem Teich in einem lichten W├Ąldchen.

von Moritz Spannenkrebs
am 06.07.2021
Start
Thorgau
­čçę­čç¬ Deutschland
Ziel
Raben
­čçę­čç¬ Deutschland
Strecke
80,49
km

Mit neuem Schneidezahn bewaffnet (ich war ├╝brigens der allererste Kunde eines neu gegr├╝ndeten Zahnarztkonglomerats) und gut ausgeruhten Oberschenkeln ging es mit Highspeed die Elbe entlang. In Vincents Fall war die hohe Geschwindigkeit auch seinen schw├Ąchelnden Bremsen geschuldet, die uns zum einen oder anderen Boxenstopp zwangen.

Wer bremst verliert - ganz nach diesem Motto zeigten uns Vincent und seine Oberschenkel an diesem Tag eine ganz besondere Performance und bahnten bei guten 25 Sachen den Weg durch den Gegenwind.

Als Mittagsstop w├Ąhlten wir das Gut G├Âhlis vor der Stadt Riesa. Dort lockte uns ein sch├Âner Discgolfkurs. Vor Ort mussten wir leider feststellen, dass alle K├Ârbe (bis auf zwei) abgebaut waren und sich Ziegen und andere Bauernhoftiere am Fairway g├╝tlich taten. Unsere Entt├Ąuschung wandelten wir in besonders kreative W├╝rfe auf die beiden verbliebenen K├Ârbe um. Nach der in etwa zwanzigsten selbst erdachten Bahn, ging es dann wieder auf die R├Ąder und wir fuhren mehr oder weniger bis in den Abend hinein durch.

Obwohl mir die Windschattenarbeit gr├Â├čtenteils abgenommen wurde war ich nach ├╝ber 100 Kilometern mehr als froh, dass Vincent und Jared sich um die Organisation eines Schlafplatzes und das Aufstocken der Wasservorr├Ąte k├╝mmerten. Ich wurde in desolatem Zustand zur├╝ckgelassen und durfte mich auf einer Bank beim Kochen ausruhen. In einer funktionierenden Gesellschaft wird eben auch f├╝r die Kranken und Lahmen eine passende Aufgabe gefunden...

Mit neuer Energie im Bauch radelten wir noch ein wenig weiter bis Jared einen super Platz f├╝r unser Zelt entdeckte. Mitten in einem etwa hundert Meter breiten Waldst├╝ck zwischen See (aka Gro├čer Teich) und T├╝mpel legten wir uns in Ruhe schlafen.

Schlafspot bei den Wildschweinen

Kurz nach sechs Uhr war Schluss mit der Ruhe. Vincent weckte uns und machte uns darauf aufmerksam, dass wir bereits von einer etwa 20 k├Âpfigen Wildschwein-Rotte umzingelt waren. W├Ąhrend die kleinen Frischlinge gerade zu knuddelig aussahen, wirkte der ├╝ber hundert Kilo schwere Keiler doch eher einsch├╝chternd. Irritiert wurde uns klar, dass unser Innenzelt wohl nur nach au├čen gute Sicht erm├Âglichte. Die Wildschweine schienen jedenfalls keine Notiz von uns zu nehmen und trotteten auf der Suche nach Futter bis auf wenige Meter an uns heran. Als wir begannen unsere Stimmen zu heben, gab der Keiler ein lautes, basshaltiges Grunzen ab. Im Gegensatz zu uns schienen alle das Kommando verstanden zu haben und so raste die gesamte Rotte im Affenzahn an uns vorbei und verschwand im Unterholz. Gl├╝cklicherweise rannte keines der Tiere in unser Tarnzelt!

Am n├Ąchsten Tag - denn sechs Uhr morgens geh├Ârt ja wohl eindeutig noch zur Nacht - rollten wir ein paar Kilometer am Ufer der Gro├čen Teichs entlang bis zum ├Ârtlichen Freibad. Nachdem wir gekocht, uns gewaschen und die eine oder andere DIY Discgolf-Runde gespielt hatten, sprach uns ein ├Ąlterer Herr mit Fahrrad an. Wie sich herausstellte war er mehrere Jahrzehnte lang f├╝r das Schwimmbad verantwortlich gewesen, genau wie sein Vater bereits vor ihm. Dementsprechend hatte er einige interessante Geschichten zu erz├Ąhlen und vers├╝├čte uns somit das Absp├╝len, Z├Ąhneputzen und Zusammenpacken. Als wir uns wieder auf die R├Ąder schwangen hatten wir schnell ein Grinsen im Gesicht. Was gestern Vincent leistete, bescherte uns heute der R├╝ckenwind. So wurden die etwa 50 Kilometer bis Lutherstadt Wittenberg mit einem rekordverd├Ąchtigen Durchschnittstempo von ├╝ber 23 km/h zur├╝ckgelegt. Unsere Pause verbrachten wir mit gro├čen Federtieren - wir vermuten, dass es sich um Strau├če handelte.

In Wittenberg angekommen versteckten wir uns eine ganze Weile in einem Caf├ę vor dem Regen. Besonderes Highlight hier: Endlich wurde beim Skaten die erste Ramsch-Runde gespielt!

Um unsere kulturellen Anspr├╝che zu befriedigen drehten wir nat├╝rlich noch eine Runde zur Kirchent├╝r an welche Martin Luther vor 500 Jahren seine Thesen nagelte. Entgegen unserer Erwartung (die ├╝ber gute 50 km durch Stra├čenschilder gesch├╝rt wurde) fanden wir dort recht wenig vor. Keine Menschenseele schien sich f├╝r die schlichte Messingt├╝re zu interessieren und so zogen auch wir weiter.

Einige Kilometer weiter gab uns eine Einheimische noch einen Tipp zur Orientierung: ÔÇťWenn ihr in Brandenburg seid merkt ihr dit direkt an den Radwegen!ÔÇť. So war es tats├Ąchlich und wir atmeten ordentlich auf, als wir von der s├Ąchsischen Huppelpiste auf brandenburgischen Qualit├Ątsasphalt rollten. Unseren Traumschlafplatz fanden wir in Rabenstein. Von B├Ąumen gesch├╝tzte B├Ąnke mit Tischen, ein riesiger Spielplatz, ein Pavillon und Brandenburg WLAN lieferten das perfekte Material f├╝r einen entspannenden Abend mitsamt EM-Halbfinale Italien-Spanien.

von Jared Fai├čt
am 05.07.2021
Start
Dresden
­čçę­čç¬ Deutschland
Ziel
Thorgau
­čçę­čç¬ Deutschland
Strecke
103,96
km

In Dresden stand ein bis dato komplettes Novum bevor: Romantik! Die Partnerinnen von Moritz und Vincent kamen zu Besuch und so genehmigten wir uns planm├Ą├čig einen kompletten freien Samstag und wollten am Sonntag wieder weiterradeln. Bevor es zum herzigen Wiedersehen kam, stand zuerst noch ein Besuch bei Kloses an. Diese Familie sind noch alte Bekannte von VincentÔÇśs Familie und so waren wir dort eingeladen zum Pizza essen. Die St├Ąrkung kam mehr als gelegen und wir genossen es sehr, die Familie kennenzulernen. Der reiseerfahrene Vater Joachim hatte sogar so spannende Geschichten zu erz├Ąhlen, dass unsere Reise fast mickrig dagegen wirkt. Zum Beispiel reiste er damals in einer Gruppe von Studenten aus der DDR bis nach Tadschikistan. Um dies zu erm├Âglichen wurde unter anderem ein Schaffner in Sotschi geschmiert, Kartenmaterial heimlich organisiert und bei der R├╝ckreise dann das Verh├Âr der Beh├Ârden offensiv mit Sowjet-Union Schw├Ąrmerei ├╝berstandenÔÇŽ Wahnsinn!

Planung nach alter Schule

Von so viel Reiseerfahrung wollten wir auch noch profitieren und so besprachen wir die weitere Routenf├╝hrung bis zur Ostsee mit seinem Kartenmaterial. Wir einigten uns schlie├člich darauf den EuroVelo 7 ├╝ber Wittenberg und Potsdam nach Berlin zu folgen und von dort aus den Berlin-Usedom Radweg bis an die K├╝ste zu nehmen.

Abschlie├čend durften wir unsere R├Ąder noch mit dem Gartenschlauch abspritzen, was mal wieder dringend (gerade f├╝r die Kette) n├Âtig war. Wir verabschiedeten uns und fuhren anschlie├čend Richtung Dresden Neustadt.

Dort wurden wir bei Rebecca (Schwester von MoritzÔÇÖ Freundin Adina) in eine wundersch├Âne WG einquartiert. Nach einem sch├Ânen idyllischen Abend ging es dann am Samstag von der Neustadt bis zur Altstadt einmal querbeet durch Dresden. Nachdem wir alles Touristische abgeklappert haben, wollten wir noch beim Globetrotter vorbei. Zum einen weil eine Radtasche von Moritz bereits einen Riss hat und zum anderen weil wir mal wieder Seifennachschub gebrauchen k├Ânnen. Wir setzten uns davor noch auf einen Platz und snackten Brot und Hummus zu Mittag mit Pfirsich als Nachtisch. Und da passierte dann auch das Malheur. Moritz war wohl noch zu sehr inspiriert von Pumas und Biebern und biss beherzt in den Pfirsich mitsamt Stein. Dabei brach dann ein St├╝ck seines Schneidezahns (oder S├Ąbelzahn?) ab. Er ging also zum nicht weit weg gelegenen Notdienst, konnte jedoch nicht direkt drangenommen werden, da es sich nicht um einen Notfall handelte. Immerhin wurde ihm ein Termin f├╝r Montag gegeben, das hei├čt f├╝r uns also noch einen weiteren freien Tag.

Testpool im Globetrotter

In der Zwischenzeit gingen Vincent und ich in den besagten Globetrotter Store und staunten nicht schlecht über die gigantische Auswahl. Von Campingkochern über Äxte hin zu Kanus war alles vorhanden. Letzteres hatte sogar einen eigenen Versuchspool, in dem man die schwimmenden Schalen ausprobieren konnte. Wir mussten uns aber nicht einmal als ernsthafte Interessenten ausgeben, um das mal ausprobieren zu dürfen und so drehten wir ein paar Runden im Einser Kayak durch den Laden.

Der Feuerspeier

Mit frischer Outdoor-Allzweckseife ausgestattet gingen wir vom teuren Rand des Outdoorspektrums auf die ganz andere Seite: Decathlon. Kurze Erinnerung: Unser guter Primus Kocher ist in Italien nach wenigen Tagen dem Sand im Gewinde erlegen. Daraufhin haben wir einen Ersatzkocher organisiert beim Decathlon in Rom. Dieser war aber in Kombination mit vollen Kartuschen mehr feuerspeiender Drache als n├╝tzlicher Campingkocher. Mit Videobeweise wurde uns dann das Geld erstattet und mit dem mittlerweile angekommenen Primus Ersatzteil hatten wir auch wieder die urspr├╝ngliche Kocher-Konstellation am Start, Problem also endg├╝ltig gel├Âst.

Am Sonntag hie├č es dann wieder Abschied nehmen von Jessica und Adina. Der restliche Tag wurde vor allem mit Tour de France schauen verbracht. Mit unseren knapp mehr als 3000 km bis dato haben wir in etwa die L├Ąnge der Tour de France 2021 (3381 km) erreichtÔÇŽ nur etwas l├Ąnger gebraucht ;-)

Am Montag konnte Moritz noch schnell sein Gebiss richten lassen und so schwangen wir uns wieder auf unsere R├Ąder in Richtung Berlin.

Vorher - Nachher
von Vincent Kliem
am 30.06.2021
Start
Prag
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Ziel
Melnik
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Strecke
52,57
km

Instaboy Jared

Auf unserer Tour wollen wir uns nat├╝rlich die sch├Ânen St├Ądte nicht entgehen lassen, dabei sind die R├Ąder und das Gep├Ąck oft etwas hinderlich und so haben wir uns meist zwei ├ťbernachtungen geg├Ânnt, um eine Stadt einen Tag in Ruhe besichtigen zu k├Ânnen. F├╝r Prag hatten wir es etwas anders geplant und so reisten wir gestern schon Mittags an und fuhren heute erst gegen Abend in Prag los. Gl├╝cklicherweise konnten wir das Gep├Ąck und die R├Ąder den Tag ├╝ber im Hotel lassen.

Gestern hatte uns der B├Ąndiger des Pumas noch den wertvollen Tipp zur sch├Ânsten Aussicht in Prag gegeben und zwar sei diese auf der Dachterrasse des U Prince, direkt am Altst├Ądter Ring gelegen. Als wir aber selbst mit unserem feinsten Hemd (ein Merino-Decathlon-Shirt) davor standen, waren wir skeptisch ob wir ├╝berhaupt hoch gelassen werden. Da sich aber keiner so richtig zust├Ąndig f├╝r uns f├╝hlte und uns keiner aufhielt, stiegen wir mal in den Aufzug und dr├╝ckten auf 7.

Obwohl wir uns auf der sehr feinen Dachterrasse etwas fehl am Platz f├╝hlten, genossen wir den Ausblick mit den g├╝nstigsten (und leider schw├Ąchsten) Cocktails, die wir auf der Karte fanden. Unser Hobbyinfluencer Jared g├Ânnte sich nat├╝rlich den mit Kunstblumen und Hashtags dekorierten Insta-Foto-Spot. Nach einer knappen Stunde wurde die Terrasse eilig ger├Ąumt, da ein Gewitter im Anmarsch war. Uns fiel gl├╝cklicherweise noch ein, dass unsere W├Ąsche noch lose auf dem Balkon hing und eilten schnell zur├╝ck ins Hotel. Wir lie├čen den Abend mit EM im Hotelzimmer ausklingen.

F├╝r den n├Ąchsten morgen hatten wir eine Free-Walking-Tour gebucht. Die Tour durch die Innenstadt f├╝hrte uns vorbei an den raffiniertesten Touristtraps (Touristenfallen), wie russische Souvenirs und ÔÇ×0%-WechselstubenÔÇť zu schlechten Kursen. Auf dem Prager Ring schauten wir uns die nach Ansicht unseres Guides viel zu beliebte astronomische Uhr an und erfuhren einiges ├╝ber den tschechischen Martin Luther, wobei nach Aussage unseres Guides eher letzterer der deutsche Jan Hus sei. Sehr sehenswert und bewegend ist auch das j├╝dische Viertel mit vielen Synagogen und Museen.

Im Anschluss an die Tour unternahmen wir einen ausgiebigen Spaziergang auf die andere Moldauseite und rauf auf die Burg. Anschlie├čend lie├čen wir unseren Pragaufenthalt in einem sch├Ânen kleinen Studentencaf├ę im Skautsky institut direkt neben der gro├čen Uhr bei einer Runde Skat ausklingen. Gegen 17 Uhr kamen wir zur├╝ck zu unserem Hotel und bestiegen wieder unsere R├Ąder. Auf dem Weg raus nach Prag machten wir noch kurz halt in einem kleinen wunderbaren Nerdladen (Es gab RubikÔÇśs Cubes, Pen & Paper-Spiele, Diabolos, ÔÇŽ) um uns zwei neue Frisbees zu kaufen, da auf der weiteren Route noch einige Discgolfkurse liegen und wir ja schlie├člich auch mal etwas f├╝r unsere Arme tun m├╝ssen.

Da der sogenannte Moldauradweg jetzt auch endlich mal konsequent an der Moldau entlang ging, machten wir noch gut Strecke und fanden sp├Ąt abends im dunkeln einen sch├Ânen kleinen Schlafplatz unter einem gro├čen Baum versteckt am Wegrand.

von Moritz Spannenkrebs
am 29.06.2021
Start
C├şm
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Ziel
Prag
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Strecke
45,09
km

Heute morgen erwachten wir mal wieder inmitten eines Schneckeninfernos. Unsere Kleidung, die wir am Tag zuvor noch behelfsm├Ą├čig gewaschen und zum Trocknen auf die R├Ąder geh├Ąngt hatten war vom n├Ąchtlichen Regen noch einmal ordentlich durchgesp├╝lt und mit der ein oder anderen Schneckenspur verziert worden.

Zum Gl├╝ck gab uns die Sonne einen ersten guten Schwung in den Tag und so begannen wir nach Bu┼í zu radeln. Nachdem uns der Anstieg noch vor dem Fr├╝hst├╝ck ordentlich ins Schwitzen brachte belegten wir den Dorfplatz mit all unseren sieben (oder siebenhundert?!) Sachen und kochten uns Fr├╝hst├╝ck und Kaffee. W├Ąhrend wir unseren Porridge l├Âffelten kam ein ├Ąlterer Herr auf uns zu und begann eine Unterhaltung. Es stellte sich schnell heraus, dass er fehlerfreies Deutsch sprach und sehr interessiert an unserer Tour war. Nachdem wir ihm von den bisherigen Abenteuern der Tour erz├Ąhlt hatten, fragte er, ob wir noch Interesse an einem weiteren Abenteuer h├Ątten: N├Ąmlich einer Besichtigung seiner Hauskatze - einer ausgewachsenen Pumadame. W├Ąhrend wir noch ├╝ber die Seriosit├Ąt dieses Angebots nachdachten erkl├Ąrte er uns, dass es bereits seit langem der Traum seiner Frau gewesen sei, sich eine ÔÇ×gr├Â├čereÔÇť Katze zuzulegen.

Kurz darauf sahen wir uns in einem uralten Steinhaus, einem ehemaligen Getreidespeicher, welchen das Paar zum Wohnhaus umgebaut hatte und folgten dem Hausherr vorsichtig in Richtung Garten. Insgeheim bef├╝rchtete ich, jederzeit von einer Wildkatze angefallen zu werden und war entsprechend froh, als ich im Garten einen gro├čen K├Ąfig ersp├Ąhte in dessen Eck ein wundersch├Âner, etwa 60kg schwerer Puma lag. Er kam direkt auf uns zu und wurde uns als Mila vorgestellt. In der folgenden Stunde quetschen wir die beiden Pumabesitzer flei├čig aus und lernten so einiges ├╝ber die Pumahalterei.

In Tschechien ist es tats├Ąchlich legal, sich Gro├čkatzen zu halten, solange einige recht strenge Auflagen eingehalten werden. Beispielsweise ist sehr genau beschrieben, wie gro├č der K├Ąfig sein muss, welche Einrichtungsgegenst├Ąnde vorhanden sein m├╝ssen und dass s├Ąmtliche Schwei├čn├Ąhte nach au├čen zeigen m├╝ssen (damit sich die Katze nicht schneiden kann). Das ganze wird einmal j├Ąhrlich kontrolliert und Mila muss regelm├Ą├čig einem spezialisierten Tierarzt vorgestellt werden. Zur Sicherheit wurden ihr kurz nach der Geburt unter Narkose die Vorderkrallen gezogen - das h├Ątte man mir auch sagen k├Ânnen bevor ich sie etwas ver├Ąngstigt gekrault habe.

Wenn gerade kein Besuch da ist darf Mila ├╝berall frei herum laufen und kuschelt sich abends auch mit ins Ehebett. Beeindruckt wurde uns geschildert, dass man oft von ihr ├╝berrascht w├╝rde, da Pumapfoten wohl das absolut lautlose Bewegen durch das Haus erm├Âglichen.

Bei der anschlie├čenden F├╝hrung durch das beeindruckende Steinhaus erz├Ąhlte uns unser Gastgeber seine Lebensgeschichte. Geboren und aufgewachsen in Deutschland hatte er dann in den USA gearbeitet um schlie├člich wieder zur├╝ck nach Europa zu kommen, wo er seine Frau kennengelernt und das Haus gekauft hatte. Mit seinem Aufenthaltsort wechselte auch immer sein Vorname, so wurde er als Wieland geboren, in den USA William (aka Billy) genannt, um dann in Tschechien von seiner Frau Otto gerufen zu werden.

Nachdem wir Kontaktdaten ausgetauscht und uns ausgiebig verabschiedet hatten, ging es wieder auf die Drahtesel und in Richtung Praha.

Entlang der Moldau konnten wir recht entspannt rollen und kamen so p├╝nktlich um 14:00 an unserem Hotel an. Im Waschsalon frischten wir noch unsere Garderobe auf und es ging ab ins Irish Pub zum Spiel der deutschen Mannschaft gegen die Engl├Ąnder. Schon kurz nach Betreten des Pubs wurde uns schnell klar, dass wir als Fans der deutschen Mannschaft hier eher in der Unterzahl waren. Im letzten Eck, umzingelt von sehr emotionalen Iren und Briten, die allesamt zwischen uns und dem Ausgang standen, beschlossen wir im Falle eines deutschen Tores eher verhalten zu jubeln. Das Spiel wurde im britischen Fernsehen mit der Expertise von den alten Hasen Rio Ferdinand und J├╝rgen Klinsmann begleitet. Als dann das erste englische Tor fiel und das Guinness durch die Luft flog w├╝nschten wir uns ein wenig zu unserem zahmen Puma zur├╝ck. Zur Tarnung klatschten wir ein wenig mit und versuchten insgesamt m├Âglichst britisch zu wirken. Nachdem der Sieg der Engl├Ąnder sicher war wandelte sich auch die Anspannung zu fr├Âhlicher Geselligkeit und so konnten wir das Pub sicheren Schrittes verlassen.

von Jared Fai├čt
am 28.06.2021
Start
Kozl├ş
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Ziel
─î├şm
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Strecke
59,83
km

Am vorigen Tag hatten wir einen idealen Schlafspot gefunden. 5 ├╝berdachte B├Ąnke, eine gem├Ąhte Wiese und ein Bach im anliegenden Wald waren ideal. Ich wachte an diesem Tag als erster auf. Das Zelt war nur mal wieder ausgerechnet so platziert, das kein Baum uns Schatten vor den fr├╝hen Sonnenstrahlen spenden w├╝rde. Meine 2 Zeltgemeinschaftmitbewohner hatten zwar auch sichtlich zu k├Ąmpfen und w├Ąlzten sich von der Sonnenseite weg, schienen aber weiterschlafen zu k├Ânnen. Ich schlich mich schon mal aus dem Zelt und platzierte ein Fahrrad als Schattenspender f├╝r die zwei bevor ich dann Kaffee aufsetzte. Schlie├člich gab es heute was zu feiern: Moritz macht als letzter nun auch das Viertel Jahrhundert voll!! Und so durfte Moritz mit Kaffee und zu meinen Kl├Ąngen von Happy Birthday untermalt mit Gitarre und Vincents verschlafener Stimme aufwachenÔÇŽ es muss ein Traum gewesen sein :-D

Der abenteuerliche Tennisplatz

Wir fr├╝hst├╝ckten anschlie├čend ausgiebig auf eines der tollen B├Ąnke und machten uns dann auf. Wir kamen jedoch nicht weit. Keinen Kilometer sp├Ąter sahen wir einen Tennisplatz auf der linken Seite direkt neben einem Hotel/Restaurant artigem Komplex. Am Zaun war ein Schild angebracht, dessen Bedeutung wir uns dann zusammengereimt haben: 1 Stunde: 150 Kronen (6 Euro), wie gerufen f├╝r unser Geburtstagskind und Tennisspieler. Die freundliche Kellnerin meinte zwar zuerst, dies w├Ąre den Hotelg├Ąsten vorbehalten aber nach kurzem Abkl├Ąren durften wir dann doch auf den abenteuerlichen Tennisplatz. Diese Art von Belag hatten wir alle noch nirgends gesehen, es waren Kunsstoffklickelemente, auf denen der Ball sehr unterschiedlich sprang. Die Schl├Ąger waren ebenfalls abenteuerlich und so kamen tats├Ąchlich Vincent und ich als Tennis-Amateure deutlich besser zurecht als Moritz, der sicher nur Creme de la Creme Schl├Ąger und Sandplatz gewohnt ist ;-) Nach ein paar Spielen hatte schlie├člich auch Moritz den Dreh raus und so waren wir immer chancenloser. Am Ende hie├č es dann

Moritz - Jared: 6:2, 6:0

Jared - Vincent: 6:0, 6:1

Vincent - Moritz: 1:6, 1:6

Wir genehmigten uns anschlie├čend noch Dampfnudeln im anliegenden Restaurant und radelten schlie├člich mal richtig los. Die Etappe hatte es auch ordentlich in sich. Die H├╝geligkeit wurde im Vergleich zu den Vortagen nochmal gesteigert und so befanden wir uns auf st├Ąndigem Durchschalten zwischen 1. und 11. Gang (zumindest bei mir). Nach einer langen Abfahrt hinunter zur Moldau f├╝hrte die Route uns auch schnurstracks wieder bergauf. Hierbei ersp├Ąhte Vincent eine m├Âgliche Abk├╝rzung entlang eines Wanderwegs, um H├Âhenmeter zu sparen. Der Wanderweg sah auch anfangs noch vern├╝nftig aus, wurde dann aber immer abenteuerlicher. Irgendwann mussten wir dann auch die R├Ąder zu zweit durch schwierige Passagen man├Âvrieren.

Zur├╝ck auf der Stra├če passierten wir einen weiteren Moldau-Staudamm. Es war mittlerweile recht sp├Ąt und wir hatten auch nichts mehr zu essen. Wir schauten uns den Campingplatz am See dahinter an. Dort sah es so aus als h├Ątte das Bistro noch ge├Âffnet, jedoch schaute das Gastgeberpaar hier nur das Kroatien-Spanien Spiel in der Verl├Ąngerung. Nach dem die beiden kurz diskutierten, boten sie uns doch noch eine Pizza an. Wir wurden dann jedoch zeitig auch wieder rausgeworfen, da das Bistro schon um 7 h├Ątte schlie├čen sollen. Wir machten uns also nochmal auf den Weg und radelten noch weitere 10km im Halbdunkeln. Wir f├╝hlten uns mittlerweile m├Ąchtig durchgeschwitzt und so machten wir an einem Dorfbach noch einmal Halt und legten uns in die kalte Str├Âmung. In neuer Frische erreichten wir schlie├člich einen kleinen See, an dem wir uns ganz gut verstecken konnten und verbrachten die gewittrige Nacht im Zelt. Die Aussicht auf eine flache Etappe nach Prag machte die Anstrengung dann auch schnell vergessen.

von Jared Fai├čt
am 26.06.2021
Start
─îesky Krumlov
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Ziel
Hrozn─Ťjovice
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Strecke
58,77
km

Heute erwachten wir allesamt zwar gut erholt aber umzingelt von einem Haufen an Nacktschnecken, die sich an der Zeltplane ausgetobt haben ├╝ber Nacht. Nach dem alles abgesch├╝ttelt und verstaut war, rollten wir erst einmal ein paar Meter, um eine m├Âgliche Fr├╝hst├╝cklocation zu finden. Es fing schon an zu nieseln w├Ąhrend wir in diesem Moment eine Bushaltestelle ersp├Ąhten. Gest├Ąrkt ging es dann weiter; hoch und runter, zur Moldau und wieder weg, durch urige Eichenw├Ąlder und Fichtenplantagen, auf sch├Ânen Radwegen und Baustellensumpf bis wir schlie├člich Budweis erreichten.

Dort befindet sich ein Discgolfkurs, den wir unbedingt ausprobieren wollten. Leider hatten wir keine Disc mehr zur Hand, weshalb wir in der Stadt nach einem Laden suchten. Leider war jedoch das meiste geschlossen um die Mittagszeit und so ruhte die Hoffnung auf einem Verleih vor Ort. Der Kiosk im Park hatte jedoch nur klassische Freizeit Frisbees im Sortiment und so standen wir erstmal mit leeren H├Ąnden vor einem gigantischen Discgolfkurs. Der Kurs bestand tats├Ąchlich aus 18 einzelnen Bahnen mit jeweils einem Korb (oft werden 9 K├Ârbe jeweils 2 mal bespielt mit alternativen Routen). Die wenigen Spieler vor Ort konnten uns leider nicht weiterhelfen und so dachten wir nach. Wo befinden sich normalerweise die Discs, wenn nicht in L├Ąden oder bei seinem Besitzer? Na klar, irgendwo in Geb├╝schen und Brenesselfeldern. Also versetzten Moritz und ich uns in die Perspektive einer solchen Disc und pr├╝ften das Gel├Ąnde, wo es uns als Disc f├╝r mehrere Tage/Wochen gem├╝tlich erscheinen w├╝rde.

Auf dem Weg zum Korb 18

Als wir den Korb bei Bahn 18 sahen, wurden wir fast schon ekstatisch. Der Korb befand sich auf einer Anh├Âhe und dahinter war ein riesiges Brenessel und Gestr├╝ppfeld, da muss doch was sein! Moritz und ich brauchten wirklich nur 5 Minuten und wir waren ausgestattet mit einer Driver Disc und einem sehr understablen Midrange Driver, der etwas komisch flog, aber insgesamt sehr gut als Putter tauglich war.

Und so startete unsere Budweis Discgolf Competition. Die R├Ąder wurden hierbei auch einmal quer durch den ganzen Park mitgeschoben (wie man der Route entnehmen kann). Die Bahnen waren erstklassig ausgeschildert und gepflegt. An Bahn 9 erwartete uns sogar eine gro├če Herausforderung in Form eines Weihers, den es zu ├╝berqueren galt. Moritz meisterte diese Aufgabe mit Bravour. Wie man sieht im Video landet die Scheibe nur knapp 3m rechts des Korbes und so war ihm der Birdie geschenkt.

Wir schlenderten also weiter durch den Park bis wir schlie├člich bei Bahn 18 den kr├Ânenden Abschluss feiern wollten. Nach unseren ersten Driver W├╝rfen ging es schlie├člich nahe an den ber├╝chtigten Korb mit dem Brenesselabgrund dahinter. Man k├Ânnte vielleicht meinen, wir w├╝rden sicher jetzt mitdenken und bei unseren n├Ąchsten W├╝rfen jemanden vorraus schicken, um den Landespot der Discs zu ersp├Ąhen bevor sie wieder im Jenseits verschwinden w├╝rde. Jedoch dachte keines der 3 Hirne soweit und so versenkte ich meinen n├Ąchsten Wurf genau in jenem Brennesselfeld, wo wir die Discs auch gefunden haben. Nach einer knappen viertel Stunde Suche gaben wir auf. Immerhin war die Disc wieder in etwa dort, wo wir sie gefunden hatten, aber ├Ąrgerlich war es allemals, da die Scheibe uns sehr begeisterte. Wir konnten die Runde dennoch beenden und hatten folgende Scorecard mit Moritz als Gewinner!

Anschlie├čend radelten wir an der etwas dreckigen Moldau weiter, kauften f├╝rs Abendessen ein und machten es uns unter einem Apfelbaum neben einem Bolzplatz gem├╝tlich.

von Vincent Kliem
am 25.06.2021
Start
Rohrbach-Berg
­č玭čç╣ ├ľsterreich
Ziel
─îesky Krumlov
­čçĘ­čç┐ Tschechien
Strecke
51,62
km

Nach der erholsamen Nacht im Haus ging es heute steil rauf in den B├Âhmischen Wald. Vor dem knackigsten Teil des Anstiegs deckten wir uns noch mit Nudeln und Traubenzucker ein. Mit unserer ÔÇ×M├ÂrderanstiegÔÇť-Playlist versuchten wir noch alle halbwegs verf├╝gbaren Kraftreserven zu mobilisieren. Die letzten 300 H├Âhenmeter waren unglaublich steil. Auf knapp 900m ├╝ber NN konnten wir die ├ľsterreichisch-Tschechische Grenze ├╝berqueren. Wir fanden ein verlassenes vermutlich ehemaliges Grenzhaus, das wir erst einmal erkundeten.

Wenige Kilometer hinter der Grenze kamen wir an den Moldaustausee in einer wundersch├Ânen Landschaft. Moritz nutzte die Zeit, in der wir auf die F├Ąhre warteten, um sich mit ein paar Ringelnattern anzufreunden.

F├╝r die n├Ąchsten Tage steht jetzt bis Prag der Moldauradweg auf dem Programm. Das erste sehr schl├Ąngelige St├╝ck der Moldau k├╝rzten wir heute aber auf der Hauptstra├če ab und kamen nach Krumau. In einem Wald am Stadtrand fanden wir eine sch├Âne Lichtung, auf der wir unser Nachtlager aufschlugen.

Eine Mitteilung am Rande

Unsere Katha hat geheiratet!!!

Auf diesem Weg noch einmal ganz liebe Gr├╝├če! Wir haben uns auch schon in Schale geworfen!

von Moritz Spannenkrebs
am 24.06.2021
Start
Engelhartszell
­č玭čç╣ ├ľsterreich
Ziel
Rohrbach-Berg
­č玭čç╣ ├ľsterreich
Strecke
46,43
km

Um Jared und Vincent mal wieder ein wenig Pause zu g├Ânnen (seit Rom waren sie jeden Tag auf dem Rad) mieteten wir uns f├╝r drei N├Ąchte bei den Hubers in Engelhartszell ein. Hier hatten wir ordentliche Betten, flie├čendes Wasser und, nicht ganz unwichtig, Schutz vor dem Wetter. Am ersten Abend nutzten wir die Zeit und die kleine K├╝che auch f├╝r eines unsere Lieblingsgerichte auf der Tour:

Rezept des Tages: Pilzrisotto

Zutaten:

  • Pilze (z.B. Champions - in Italien gibt es oft auch sehr leckere Pilzmischungen)
  • Wein
  • Parmesan
  • Risottoreis/Graupen (f├╝r hungrige Radler auch mal 150g pro Person)
  • Pinienkerne (f├╝r den schmalen Geldbeutel auch gerne mal Sonnenblumenkerne)
  • Lauch
  • Gem├╝sebr├╝he, Knoblauch

Knoblauch und Lauch in ordentlich Oliven├Âl and├╝nsten und nach kurzer Zeit Reis hinzugeben. Eventuell ├ľl nachgie├čen. Mit Wein abl├Âschen, bis alles ganz bedeckt ist und dann nach und nach Gem├╝sebr├╝he dazugeben.

In einer zweiten Pfanne nacheinander Pilze und Pinienkerne anbraten. Kurz bevor der Reis fertig ist, Pilze und Kerne dazugeben und mit Parmesan und Pfeffer abschmecken.

Guten Appetit!


W├Ąhrend Jared sich vor allem ausruhte und Vincent das zweihundert Meter entfernte Freibad nutzte, machte ich einen Tagesausflug nach Passau zum Werkzeugkauf. Zwei Tage zuvor war mir aufgefallen, dass ich im Falle eines Plattens am Hinterrad ├╝berhaupt keine M├Âglichkeit h├Ątte dieses auszubauen... Ups!

Mit Werkzeug und neuer Kraft ging es am n├Ąchsten Tag einige Kilometer weiter die Donau entlang, bevor wir uns von ihr und ihrem angenehmen H├Âhenprofil verabschieden mussten. Zum Abschied zeigte sie sich noch einmal von ihrer besten Seite als wir die Schl├Âgener Schlinge bewundern durften.

Um Jared noch ein wenig zu schonen ├╝bernahm ich seine hinteren Taschen und hatte deshalb beim folgenden Aufstieg erstmals ordentlich zu k├Ąmpfen.

Die Strecke an sich war daf├╝r umso sch├Âner und die ansprechende Landschaft wurde durch wohlklingende Ortschaftsnamen wie ÔÇ×H├╝hnergeschreiÔÇť passend erg├Ąnzt.

Als wir unser Tagesziel Rohrbach erreichten, war das Heraufziehen eines ausgewachsenen Gewitters bereits absehbar. Am Rande der Ortschaft bekamen wir die Erlaubnis einer Anwohnerin, auf ihrem Grundst├╝ck zu zelten. W├Ąhrend wir noch die Isomatten aufpusteten kam deren Nachbarin Simone auf uns zu und sprach uns auf das Gewitter an. Sie schien sich ernste Sorgen ├╝ber unser Fortleben zu machen und startete eine kurze Krisenbesprechung mit ihrer Familie dar├╝ber wie uns wohl zu helfen sei. Ihr Onkel, Franz H├Âtzendorfer, f├╝hrte uns kurz entschlossen zu seinem Bauernhaus, wo wir einen gro├čen Raum mit angrenzender Dusche und Toilette beziehen durften.

Frisch geduscht und in mehr oder weniger gesellschaftstauglicher Kleidung folgten wir dann der Einladung von Simone und ihrem Freund Lucas bei ihnen im Haus noch den einen oder anderen Schlummertrunk zu nehmen. So verbrachten wir den Abend mit den beiden und Simones Mutter am Tisch und lie├čen uns ein Glas Birnenmost nach dem anderen einschenken, w├Ąhrend die Hagelk├Ârner ans Fenster prasselten. Sp├Ątestens als wir noch das lokale Bier testen sollten spielten auch die anf├Ąnglichen Verst├Ąndnisschwierigkeiten mit dem M├╝hlviertler Dialekt keine Rolle mehr.

Vom Birnenmost und Schl├Ąger Bier ins Koma versetzt schliefen wir recht lange, wor├╝ber sich unser Gastgeber sehr am├╝sierte. W├Ąhrend wir noch ein gemeinsames Foto machten, kl├Ąrte er uns ├╝ber seine Position als Vizeb├╝rgermeister von Rohrbach auf. Wir seien also offiziell jederzeit herzlich willkommen im Dorf.

Dank der medialen Reichweite, die dieses Amt wohl mit sich bringt wurden wir auf dem Dorfplatz prompt erkannt: ÔÇ×Seid ihr nicht die, die bei unserem Vizeb├╝rgermeister ├╝bernachtet haben und nach Moskau radeln wollen?ÔÇť

Anscheinend waren die Verst├Ąndnisschwierigkeiten doch gr├Â├čer als gedacht...